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Modellbahn: Kinder

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Tipps für die erste Modelleisenbahn

Dieser Beitrag wendet sich an Eltern und Verwandte, die über den Kauf der ersten Modellbahn für Kinder nachdenken. Damit sind nicht einfache Holzspielzeug– oder Plastik–Eisenbahnen gemeint, sondern (elektrisch) betriebene, mehr oder weniger naturgetreue Modellbahnen.

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Es spricht zum Beispiel nichts gegen die Playmobil®–Bahn. Sie macht sicher viel Spaß und ist sehr spielintensiv. Eine wirkliche Modelleisenbahn ist sie jedoch nicht.

Hier folgen ein paar Hinweise und Ratschläge für Einsteiger in ein Hobby, das viel Freude und Langzeitspielspaß bringen kann. Um Ihnen als Eltern oder Verwandten besser zu helfen, bieten wir auch einen kleinen, keinesfalls professionellen Online–Test für die Eignung des Kinds an.

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Einstiegsalter

Das „richtige” Alter für eine Modelleisenbahn hängt sehr vom gewählten Maßstab ab beziehungsweise anders herum. Mit sehr filigranen oder kleinen Modellen werden kleinere Kinder weniger gut klar kommen. Bei einem frühen Einstiegsalter sollte die Bahn also groß und robust sein. Ist das wie beispielsweise bei Großbahn–Modellen von LGB® oder Märklin gegeben, kann der Spaß durchaus schon mit vier Jahren beginnen.

Die LGB®–Fahrzeuge haben darüber hinaus den Vorteil, dass sie in der Größe zu den Produkten von Playmobil® passen.

Die Großbahnen brauchen sehr viel Platz und scheiden damit für sehr kleine Kinderzimmer fast aus. Dafür können sie meist im Hof oder Garten aufgebaut werden.

Die bei weitem beliebteste Nenngröße, H0 im Maßstab 1:87, ist eher ab fünf bis sechs Jahren zu empfehlen. Das gilt auch für noch kleinere Modellbahnen in den Nenngrößen N (1:160) oder gar Z (1:220).

Das kann natürlich nicht pauschal für jedes Kind empfohlen werden. Im nächsten Abschnitt geben wir daher ein paar Denkanstöße zu dieser Frage.

 

Eignung und Online–Test

Zunächst einmal: Nicht jedes Kind ist wirklich der richtige „Typ” für eine Modelleisenbahn und ja, es gibt auch Mädchen, die gerne damit spielen.

Besonders wenn die Begehrlichkeit in Form eines Wunsches durch Schaufenster–Auslagen oder andere Werbung gezündet wurde, sollten Sie sich die folgenden acht Fragen ehrlich beantworten. Die Bewertung ergibt sich aus der subjektiven Sicht des Autors.

Ein kleiner Eignungstest
  1. Verliert das Kind bei Fehlschlägen schnell die Lust oder Geduld?

  2. Ist das Kind sehr an Aktionsspielen interessiert?

  3. Ist das Kind motorisch recht sicher?

  4. Beschäftigt sich das Kind auch alleine?

  5. Erfindet das Kind zuweilen eigene Spiele?

  6. Bastelt und experimentiert das Kind gerne?

  7. Falls vorhanden: Spielt das Kind oft mit der Autorennbahn?

  8. Wie alt ist das Kind?

 

Die Erstausstattung

Die Entscheidung ist für die Anschaffung einer Modellbahn gefallen? Fein.

Beim Studium der Angebote wird Ihnen schon aufgefallen sein, dass das Hobby einiges Geld kostet. Daher sollten Sie gut überlegen, wie sich der größte Nutzen aus Ihrem Budget ziehen lässt. Hier folgen ein paar grundsätzliche Regeln.

  • Kaufen Sie bevorzugt ein DCC–kompatibles Digitalsystem. Die multiMaus® von Roco bietet einen preiswerten Einstieg und genügt zunächst vollauf.

  • Als Grundstock sollten Sie drei Weichen mit den passenden Gegenbögen und möglichst viele gerade Gleise neben dem (auch nützlichen) Gleiskreis vorsehen. Bevorzugen Sie größere Radien, auch wenn das mehr kostet und mehr Platz braucht.

  • Der folgende Tipp ist sehr subjektiv. Eine große Lokomotive mit drei Schnellzugwagen oder gar ein ICE sind nicht unbedingt die besten Kandidaten für wenige Gleise und vor allem Rangierspiele. Der Einstieg mit einer kleinen, universell einsetzbaren Dampf– oder Diesellok, ein paar Güterwagen und ein bis zwei Nebenbahn–Personenwagen bietet deutlich mehr Abwechslung und Spielmöglichkeiten.

  • Für kleine Kinder sind offene Güterwagen wichtig, da sie be– und entladen werden können. Bei gedeckten Güterwagen ab Nenngröße 1 sind bewegliche Schiebetüren Pflicht.

  • Achten Sie darauf, dass die erste Lokomotive ausgezeichnet fährt. Ruckelnde und zugschwache Triebfahrzeuge sorgen schnell für Initialfrust.

Mit einer solchen Ausstattung lässt sich leicht feststellen, ob die Freude an der Modellbahn anhält oder nicht. Sollte das nicht der Fall sein, werden Sie beim Verkauf für „gute” Modelle und Teile weniger Verlust machen als bei den „Allerweltssachen”.

 

Hinweise aus der Praxis

Es gibt unzählige Witze über den Papa, der die Modellbahn unter dem Weihnachtsbaum in Wirklichkeit für sich gekauft hat. Vermeiden Sie diesen Fehler. Kinder brauchen die Sicherheit, sagen zu können: „Dies gehört mir!”.

Wenn Sie sich selbst für Modellbahn interessieren, dann sollten Sie klar stellen, welches Ihre Modelle sind, welche dem Kind gehören und welche einem gemeinsamen Fundus angehören. Machen Sie dem Kind klar, dass Sie Schäden an Ihren Modellen nicht so prickelnd finden. Üben Sie anders herum Nachsicht, wenn ein Schaden an einem Modell des Kinds auftritt. So etwas kommt immer mal wieder vor und ist kein Beinbruch.

Achten Sie - wenn es geht - auf Kompatibilität der Fahrzeuge und Systeme für das gemeinsame Spiel.

Die Beschäftigung mit diesem Hobby kann einem Kind sehr viel Erfahrung und Wissen bringen. Denken Sie jedoch stets daran, dass der Hauptzweck das Spiel ist.

Versuchen Sie bei länger anhaltendem Interesse einen sanften und allmählichen Übergang von der Spiel– zur Modellbahn zu erreichen. Schieben Sie bitte als selbst begeisterter Hobbyeisenbahner keinen Frust, wenn der Nachwuchs nicht das gewünschte Interesse zeigt.

Nehmen Sie das Kind mit zu Eisenbahnveranstaltungen, beispielsweise zu Museumsbahnen und Ausstellungen. Eine Fahrt im Fremde Seite Frankfurter Feldbahn–Museum mit echten Dampfloks oder ein Besuch im Fremde Seite Miniatur–Wunderland in Hamburg sorgen von ganz alleine für die richtige Stimmung.

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