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Modellbahn: Grundlagen

Epochen

Technische Entwicklung und sich wandelnde gesellschaftliche Strukturen ermöglichen es, die Entwicklungsgeschichte der Eisenbahn in sogenannte Epochen einzuteilen. Fahrzeuge, Zubehör und ganze Modelleisenbahn–Anlagen sollten sich einer dieser Epochen zuordnen lassen.

Der Link zum Glossar MOROP (Fremde Seite www.morop.org) regelt die Einteilung der Eisenbahn–Epochen und ihrer Perioden in den Link zum Glossar NEM (Blatt 800 und 806d). Die Epochen werden mit römischen Ziffern und die Perioden mit Kleinbuchstaben ab a bezeichnet.

Die Grenzen der Epochen sind fließend, wie die folgende Grafik nach einer Vorlage des MOROP zeigt.

Tabelle der Eisenbahnepochen. [ ± ].  [ b ].

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Kurzbeschreibung der Epochen

Die Epoche I reicht von den Anfängen der Eisenbahnen bis zur Übernahme der Länderbahnen durch das Reich, der im Jahr 1920 begann. Das Ende der Epoche ist durch die Betriebsaufnahme der Deutschen Reichsbahn 1925 gekennzeichnet.

Spätestens da beginnt die Epoche II, die auch kurz „Reichsbahn–Zeit” genannt wird. Der Fahrzeugpark bietet die wohl größte Vielfalt, die es jemals gegeben hat. Länderbahn– und Verbandsbauart–Typen sorgen bei den Wagen für viel Abwechslung. Die elektrische Traktion kommt auf, und motorisierte Straßenfahrzeuge erreichen eine große Stückzahl. Die ersten Versuche mit Lichtsignalen werden angestellt und Verkehrszeichen flächendeckend eingeführt. Von 1924 bis 1937 besteht die Deutsche Reichsbahn–Gesellschaft. Die Eisenbahn wird 1937 dem Militär unterstellt und firmiert fortan wieder als Deutsche Reichsbahn. Ab da werden Fahrzeuge mit dem nationalsozialistischen Emblem versehen.

Diese Epoche findet ihren Abschluss nach dem zweiten Weltkrieg, spätestens jedoch 1950 nach der Gründung der Deutschen Bundesbahn.

Die Epoche III ist die Zeit der frühen Bundesbahn. Nach dem Krieg erfolgt der Wiederaufbau der Eisenbahn. Gleichzeitig beginnt die Umstellung auf Elektro– und Dieseltraktion. Ein neuer, moderner Fahrzeugpark wird allmählich aufgebaut. Diese Zeit endet spätestens 1970.

1949 wurde aus Teilen der früheren Deutschen Reichsbahn die Deutsche Reichsbahn (Ost, kurz: DR) gebildet. Sie bestand bis zur Fusion mit der Deutschen Bundesbahn zur Deutsche Bahn AG 1993.

In der Epoche IV, die von frühestens 1965 bis höchstens 1990 reicht, wird die Traktions–Umstellung abgeschlossen. Wagen werden ab 1964 nach einem international einheitlichen Schema der UIC (Union Internationale des Chemins de fer, Internationaler Eisenbahn–Verband) beschriftet.

Die zwischen 1985 und 1990 beginnende Epoche V ist die Zeit der Schnellfahrnetze, werbewirksam bunter Fahrzeuglackierungen und der Umwandlung der Staatsbahnen in Aktiengesellschaften. Sie reicht bis heute, wenn auch hier und da schon über eine sechste Epoche nachgedacht wird.

 

Die Zeit der Deutschen Reichsbahn–Gesellschaft

Per Staatsvertrag gingen die Deutschen Länderbahnen zum 1. April 1920 in das Eigentum des Deutschen Reichs über und wurden fortan als „Deutsche Reichsbahn” geführt.

Am 30. August 1924 wurde die privatwirtschaftliche Deutsche Reichsbahn–Gesellschaft gegründet und mit der Verwaltung und dem Betrieb der Bahn beauftragt. Damit sollten Reparationsleistungen aus dem ersten Weltkrieg vermieden werden. Die Abkürzung DRG ist zwar gebräuchlich - offiziell gab es sie jedoch nie.

Am 31. Januar 1937 wurde die DRG im Zuge der Kriegsvorbereitungen aufgelöst und dem nationalsozialistischen Staat als „Deutsche Reichsbahn” direkt unterstellt.

Die Zeit der DRG wird als Epoche IIb bezeichnet. In diesen Jahren soll auch die hier geplante, kleine Schmalspurbahn angesiedelt sein.

Wer sich näher über diese Zeit informieren möchte, findet eine unglaubliche Fülle weiterer Informationen auf der hervorragenden Website Fremde Seite Epoche II von Thomas Noßke.

 

Die Wahl der Epoche

Nach der Wahl der richtigen Nenngröße dürfte die der Epoche und Bahnverwaltung die nächst wichtige für den Modelleisenbahner sein.

Um eine stimmige Modelleisenbahnanlage zu bauen, wird durchaus mehr benötigt als nur Schienen, Fahrzeuge und Zubehör. Es bedarf auch einiger Kenntnisse über zeittypische andere Dinge, beispielsweise technische und architektonische Merkmale, Straßenfahrzeuge, Verkehrszeichen und Signale, Kleidung, Werbung und Sprachgebrauch. Einige dieser Informationen werden bei uns im Vorbild–Bereich angeboten - zumindest für die Epoche II.

Ambitionierte Modellbahner wählen daher gerne Themen und Zeiten, zu denen es wahlweise ausreichende Informationen und Modelle gibt, oder solche, die sie aus eigener Anschauung kennen. Je früher Ihre Modellbahn angesiedelt sein soll, desto mehr Schwierigkeiten werden Sie bei der Informations–Beschaffung haben. Auch das ist ein guter Grund, eine Epoche ab der DRG–Zeit zu wählen. Da ist der Dokumentations–Stand zwar nicht lückenlos, aber doch gut.

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