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Digital–Betrieb

Die multiMaus® und multiMAUSpro® von Roco

Die Familie der österreichischen „Digital–Nagetiere” hat schon eine gewisse Tradition. Die jüngsten Generationen haben eine gehobene Reife erreicht. Die Systeme sind preiswert und gut zu bedienen. Sie sind uns daher eine eigene Seite wert.

Die Kabel–gebundene multiMaus® ist als kostengünstiger Einstieg in die Link zum Glossar DCC–kompatible Digitalsteuerung zu empfehlen. Sie wird zuweilen von Händlern oder auf eBay® als Teil einer Startpackung angeboten. Für ein Start–Set müssen dann etwa 80,- € veranschlagt werden. Fleischmann ist inzwischen mit Roco in einer Holding. Seitdem wird die Multimaus (grau) auch da angeboten.

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Das multiMaus®–System

Die erste Lokmaus, die Lokmaus 2 und die R3–Ausführungen erinnerten von der Form her tatsächlich noch an die Computer–Eingabegeräte. Die Lokmaus bot vor dem Jahr 2000 die Auswahl von acht Adressen. Dazu gab es eine eine Licht– und eine Funktionstaste sowie eine Drehknopf–Steuerung mit einer Nothalt–Taste darin.

Mit der Einführung der multiMaus® hat sich viel geändert.

Das System besteht aus einem Transformator (Wechselstrom, 16 Volt, 50 VA), einem Verstärker sowie mindestens einer Maus. Das DCC–Signal wird in der ersten angeschlossenen Maus erzeugt. Sie wird damit zur „Master–Maus” und darf im laufenden Betrieb nicht abgezogen werden, da sie das Digital–Signal erzeugt. Ihr Kabel sollte nicht länger als zwei Meter sein. Es wird auf beiden Seiten mit RJ12–Steckern (6P6C) in die entsprechenden Buchsen am Verstärker 10764 und der multiMaus® angeschlossen.

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Roco–Spiralkabel 10754 für den Anschluss der multiMaus.
[ ± ]. Das Kabel 10754.

Roco bietet auch ein sechspoliges Spiralkabel an (10754). Es ist ausgezogen gut drei Meter lang. Getestet wurde es mit einem Gewicht auf dem sehr leichten Verstärker 19764. Auch damit waren jedoch keine Schwächen des Digital–Signals der Master–Maus festzustellen. Da kommt es wohl eher auf eigene Versuche an.

Zusätzliche Eingabegeräte (das dürfen auch ältere Typen wie die Lokmaus 2 sein) können im laufenden Betrieb abgezogen und wieder eingesteckt werden. Sie benutzen zwar RJ12–Stecker, es müssen jedoch nur die vier inneren Pole belegt sein (6P4C). Booster - also Stromverstärker - werden mit vierpoligen RJ11–Kabeln an den Verstärker angeschlossen (4P4C).

Die Wechselstromspannung wird so umgewandelt, dass am Gleichrichter der Decoder etwa 19,8 Volt Gleichspannung liegen. Aus den 50 VA des Transformators ergeben sich rund 3,2 nutzbare Ampère für den Fahrbetrieb. Das ist für die Baugröße II oder IIm nicht so arg viel. Für Feldbahnen im Maßstab 1:22,5 und Triebfahrzeuge mit bürstenlosen Glockenankermotoren reicht es bequem.

Die Schienen werden bei Roco mit einem proprietären Stecker und einem recht dünnen (und kurzen) Kabel angeschlossen. Findigen Bastlern wird es jedoch sicher glücken, aus 2 mm–Messingröhrchen einen eigenen Stecker zu basteln. Die Lötanschlusspunkte der Kabel sollten unbedingt mit Schrumpfschlauch gesichert oder noch besser vergossen werden.

Mit den Systemen wird eine gute und übersichtliche Bedienungsanleitung geliefert. Wer Sie einmal aufmerksam studiert hat, wird sie kaum noch benötigen.

 

Bedienung und Ausstattung

Kommen wir zunächst zu den Schwächen. Das wohl größte Manko: Die aktuelle Maus kann Link zum Glossar CV–Werte nicht auslesen (und nur bis 255 setzen). Bei der Programmierung müssen die Werte (noch) auf einem Zettel oder dem PC notiert werden. Das ist unbedingt zu empfehlen, da die Feineinstellung von Decodern teils viele Experimente erfordert. Bei der Einstellung von Sound–Moduln mit Konfigurationsvariablen oberhalb 255 müssen Sie entweder fremde Hilfe in Anspruch nehmen oder neuere Decoder von Zimo benutzen. Die zählen intern zu Eingaben größer 200 700 dazu. Mit der Variable 224 programmieren Sie da tatsächlich die 924.

Ansonsten: Die Benutzerführung ist intuitiv zu verstehen und die reine Freude. Auch Kinder werden damit sofort klar kommen. Der analoge Drehknopf zur Fahrtregelung mit deutlich spürbarer Null–Raste ist sehr angenehm zu bedienen - auch mit nur einem Daumen. Das Eingabegerät liegt sehr gut in der Hand und bietet an der Rückseite sogar eine Öffnung, um es senkrecht aufzuhängen.

Ein weiteres, großes Plus: Die Bedienung der Maus kann bald schon praktisch blind erfolgen. Ihre Tasten unterscheiden sich deutlich in der Form und Lage. Der untere Block ist entsprechend den Tasten bei Telefonen aufgebaut und damit ebenfalls sehr zugänglich.

Mit den Pfeiltasten oben kann durch Menüs oder die „Lokbibliothek” geblättert werden. Das ist ein besonders nettes Feature, denn die Maus ermöglicht Klartextnamen mit fünf Zeichen für jeden Lokdecoder. In der Mitte dazwischen ist die achteckige Nothalt–Taste. Sie wirkt wahlweise nur auf das aktuelle Fahrzeug oder den gesamten Stromkreis.

Das ist sehr klug gedacht. Als Fahrdienstleiter schalten Sie zur Sicherheit alles ab und verhindern damit auch die Folgen von Unachtsamkeiten ihrer Kinder. Die hingegen schalten bei Bedarf nur ihr eigenes Fahrzeug ab.

Unter dem Drehknopf sind links die Licht– beziehungsweise „OK”–Taste für Menüs und rechts die Umschalttaste von Lokomotiv– zu Weichen–Steuerung. Bei letzterer fällt die mögliche interne Zuordnung von Tasten zu Weichenadressen besonders angenehm auf.

Selbst für Profi–Geräte ist es durchaus nicht alltäglich, dass bis zu 20 Funktionsausgänge direkt geschaltet werden können. Die multiMaus® beherrscht das über die Zifferntasten 0 bis 9 und deren Kombination mit der ganz links unten gelegenen SHIFT– (Umschalt–) Taste.

Eine Taste hatten wir noch nicht: Das ist die ganz rechts unten gelegene Menü–Taste.

 

Die multiMAUSpro® (multimaus pro)

Seit 2010 ist die neue multimauspro® erhältlich (blau statt rot), die nun nahezu alle Wünsche erfüllt. „Auf der Straße” ist mit einem Set–Preis von etwa 450,- € zu rechnen. Wegen der nötigen Akkus oder Batterien ist die Funkmaus (einzeln unter 10812 erhältlich) etwas „hecklastiger”, liegt jedoch nach wie vor gut in der Hand.

Eine der im letzten Abschnitt erwähnten Schwächen gehört damit der Vergangenheit an. Anders als beim bisherigen System ist die Zentrale nun eine echte Zentrale. Sie erzeugt das DCC–Signal. Die nunmehr blaue Maus kann die CV–Werte eines Decoders auch auslesen und anzeigen, was bisher nur mit Fremdprodukten ging.

Ganz besonders interessant ist jedoch, dass das neue System mit 2,4 GHz funken wird - die neue „multimaus pro” ist kabellos. Der Funkempfänger sitzt in der Zentrale. Als Protokoll wird (Link zur Wikipedia) IEEE 802.15.4 verwendet (ZigBee). Bei ersten Versuchen konnten wir über zehn Meter Reichweite messen, und das teils durch etliche Wände hindurch.

Als Zusatz–Mäuse („Slave”) kommen alle Geräte bis zur Lokmaus 2 in Frage. Sie sind nach wie vor Link zum Glossar hot plug–fähig, was mit einer schon vorhandenen multiMaus® erhebliches Betriebsvergnügen garantiert.

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Booster und Anlagenausstattung

Aufmerksame Leser dieser Seite und Großbahner im allgemeinen werden schon gemerkt haben, dass es an einem entscheidenden Punkt noch klemmt: dem verfügbaren Strom. Der ist mit 3,2 Ampère zwar schon besser als ein Standard–Fahrgerät von LGB®, aber immer noch dünn.

Leider bietet Roco nur Booster für separate Stromabschnitte mit genau der selben Leistung an. Bis vor kurzem waren von Lothar Gallus geeignete Stromverstärker erhältlich, wahlweise mit 6, 10 oder gar 15 Ampère Leistung. Leider ist das Angebot (auch online) derzeit nicht verfügbar.

Mit der bloßen Bereitstellung des Stroms ist es nicht getan: Auch die Kommunikation zwischen Zentrale und Booster (Stromverstärker) muss stimmen, besonders im Kurzschlussfall.
Tipp: Schließen Sie Ihre Bahn bei Nutzung stärkerer Booster nur an deren Ausgang an und benutzen Sie den Ausgang der Roco–Geräte für die Programmierung, Weichen– und Schaltdecoder.

Wenn Sie eine größere Anlage (ob nun stationär, mit Segmenten oder Moduln) aufbauen wollen und Wert auf die Nutzung Kabel–gebundener Mäuse legen (was preislich interessant ist), können Sie entlang der Vorderkante eine sechspolige Leitung mit R12–Verteilerbuchsen legen. Suchen Sie für die Komponenten im Internet auch mit den Begriffen „Modular” sowie „6P6C”.

Die Verbindung über RJ12–Kupplungen (6P6C) hat den großen Vorteil, dass die Verkabelung auch mit anderen Systemen wie denen von Zimo funktioniert.

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