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Modellbahn: Grundlagen

Ein Loblied auf den Modelleisenbahn–Fachhandel

Das Internet ist eine gute Sache und sehr praktisch. Sie möchten sich etwas für Ihre Modellbahnanlage kaufen? Schnell einen Preisvergleich anstellen! Wo's am wenigsten kostet, wird bestellt.

Was von diesem oder jenem Produkt zu halten ist, haben Sie entweder in Ihrem Lieblings–Forum oder im ohnehin abonnierten Fachblatt gelesen. Den Fachhändler vor Ort brauchen Sie dafür nicht als Berater.

Am Ende der Arbeitstags finden Sie endlich Zeit, ein wenig an Ihrer neuen Weichenstraße weiter zu bauen. Mäusedreck - da fehlt ja noch eine Zwischengerade! Jetzt ist der Fachhändler plötzlich sehr gefragt. Denn der hat die Schiene am Lager und braucht nicht drei Tage, um sie mit der Post zuzustellen. Hingegen, kaufen, bauen, freuen. Der Händler freut sich nur bedingt. An der Schiene verdient er ein paar Cent, mit der letzten „gegen” die Internet–Bestellung „verlorenen” High End–Lok (Decoder, Sound, Schwungmasse) hätte er immerhin ein paar Euro gemacht.

Ein paar Tage später wird es bei der Weichenstraße plötzlich schwierig. Da passt etwas nicht. Sie haben dunkel in Erinnerung, dass es für genau dieses Problem eine Lösung gibt. Google™ spuckt ausnahmsweise nichts nützliches aus. Ach ja! Der Fachhändler! Der wird's schon wissen. Sie traben also frohgemut in dessen Laden, lassen sich eine Viertelstunde lang erfolgreich beraten und ziehen wieder ihrer Wege.

Nachdem die Tür hinter Ihnen zugefallen ist, greift der Händler zum Telefon. Zum dritten Mal in Folge ruft er beim Hersteller an und fragt, wo denn die längst bestellte Ware bleibt. Kurz darauf muss er dem nächsten Kunden erklären, dass die seit Monaten zugesagte Bestellung plötzlich nicht mehr geliefert werden kann, da das Modell ausgelaufen sei.

 

Vom Mehrwert - eine Geschichte in zwei Teilen

Der Verfasser ist weiß Gott kein „guter Kunde” - vor allem nicht, was die Umsätze angeht. Das Hobby–Budget fließt zum größten Teil dahin, wo es Selbstbau–Material gibt.

Zuweilen gibt es aber doch etwas, was gekauft werden muss. Dazu gehörte zum Beispiel die neue multimauspro® von Roco. Da lag es nahe, sie über den örtlichen Fachhandel zu bestellen. Autor und Tochter liefen also zu einem der letzten „echten” Spielwarenläden in Frankfurt am Main in der Eckenheimer Landstraße. Herr Dersch gehört zum „Urgestein des Nordends”. Ob die kleineren Kinder nun „Klicker” (Murmeln) brauchen, es sich um Tierfiguren, Spiele oder Modelleisenbahn handelt - hier ist alles zu haben bis hin zu Märklin Spur 1.

Vater und Tochter eröffneten jeweils ein Ansparkonto (mit allerdings sehr unterschiedlichen Einzahlungen [ zwinker ]), und die Funkmaus wurde bestellt. Der Unterschied zum günstigsten Preis beim Versandhandel betrug gerade 'mal 2 %.

Die Wochen gingen ins Land. Was nicht kam, war die Maus. Schließlich folgte ein Gespräch mit dem Roco–Vertreter, das die Sache belebte, und kurze Zeit später war das ersehnte Digital–Teil da.

Zuhause begannen dann die Tests für diese Website. Diese verliefen auch alle sehr erfreulich, bis auf einen entscheidenden Punkt: Das Auslesen der CV–Werte wollte ums Verplatzen nicht klappen.

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Vom Vertrauen - zweiter Teil der Geschichte

Als die Tests mit dem Auslesen der CV–Werte nicht klappen wollten, fiel der Verdacht schnell auf die Zimo–Decoder als Übeltäter. Da war guter Rat teuer, denn Loks mit anderen Decodern waren nicht im Haus.

Hmm  da könnte man doch  na klar: schnell beim Fachhändler mit einer anderen Lok testen.

Bei Gelegenheit führte der Weg also wieder dahin zwecks einer Anfrage zu diesem Vorhaben. Schon in der Tür kam die Frage: „Und? Wie isse?” (gemeint war: die Funkmaus). Diese Einleitung kam wie gerufen, und so lautete die Antwort: „Super! Aber ”.

Nach kurzer Erklärung war das Problemchen erkannt. „Hrmpf, Zimo!” lautete das Fazit.

Kommentarlos ging Herr Dersch zu einem der Regale, blickte prüfend hin und her und fischte schließlich das H0–Modell der Link zum Glossar PtL 2/2 4541 von Trix ohne Blindwelle in Länderbahn–Version heraus (22021, siehe Bilder).

Probier'n Se 'mal damit -”, meinte er und drückte dem verdutzten Verfasser das nicht ganz billige Modell in die Hand, „aber wiederbringen!”.

Mit der Lok nach dem Vorbild der späteren Baureihe 983 ließen sich in der Tat die Werte auslesen. Da war die Freude groß! Um die werksneue Lok nicht zu verschmutzen, wurde sie selbstverständlich nur mit einem Brillenputztuch angefasst. Nicht umsonst lautet ihr Spitzname „Glaskasten” - und Fingerabdruck–Spuren auf den Scheiben kommen weder auf Fotos noch bei Kunden gut an.

 

Die Moral von der Geschicht'

Natürlich folgt hier die übliche Litanei. Überlegen Sie sich sorgfältig, ob Sie auf Dauer auf den örtlichen Fachhandel verzichten können und wollen. Nichts gegen den Handel im Internet! Bedenken Sie dabei jedoch, dass Sie dort meist keinen guten Support (gute Unterstützung) und keine persönliche Beratung bekommen.

Sie können im Internet ein Produkt nicht in echt betrachten, um zu entscheiden, ob Sie es kaufen möchten oder nicht. Probefahren ist auch nicht drin. Im Web werden Sie beispielsweise weder hören noch lesen können, dass der erwähnte Glaskasten (zunächst) ein leicht schnarrendes Getriebegeräusch von sich gibt - außer hier.

Vor allem jedoch geht Ihnen ein emotionales Erlebnis verloren. Der Besuch beim örtlichen Fachhändler ist nicht mit einem Online–Einkauf zu vergleichen. Da spielt auch eine starke soziale Komponente mit hinein, beispielsweise der Austausch mit anderen Kunden oder dem Händler.

Ein paar eventuell gesparte Euro - so das Fazit von Vater und Tochter - wiegen die hier beschriebenen Vorteile nicht auf. Im Fall der Funkmaus gab es beispielsweise keinen Unterschied - nur dass zusätzlich noch die Versandgebühr gespart wurde.

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