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Modell–Figuren

Vermischtes

Zum Thema „Modellfiguren” für die Modelleisenbahn gäbe es noch allerlei zu sagen. Einige Tipps aus der Praxis haben wir auf den vorherigen Seiten vermittelt.

Auf dieser zunächst letzten Seite zum Thema soll noch einmal dies und das erwähnt werden, was auch Ihnen bei der Gestaltung von Figuren für Ihre Modellbahn im Maßstab 1:22,5 helfen kann.

Abschnitte dieser Seite:

 

LGB®–Figuren

Es gibt im wesentlichen zwei Sorten von Figuren des ehemaligen Patentwerks in der Saganer Straße in Nürnberg: die älteren Figuren (erkennbar an „Klotzköpfen”, mehr oder minder Haut–farbenem Kunststoff und einer grausigen Detaillierung und Vorbildauswahl), sowie die neueren Produkte, die eher aussehen, als seien sie auch von Fremde Seite Preiser gefertigt. Letztere sind teils sehr gut, die ersteren sind ganz mies.

Selbst mit sehr viel Einsatz und Engagement ist es kaum möglich, aus den älteren Modellen gute Figuren zu basteln. Betrachten Sie das erste Bild des Abschnitts - viel mehr ist da kaum zu holen.

Lassen Sie daher die Finger von den häufig auf eBay® angebotenen Konvoluten solcher Figuren. Der Umbau lohnt sich nicht. Die Angebote sind leicht am günstigen Preis und der geringen Typen–Vielfalt zu erkennen.

Die wirklich guten Figuren aus dem Vertrieb von LGB® sind hingegen unterdes schwer zu finden und erzielen auf der Auktionsplattform beachtliche Preise.

Lassen Sie sich auch nicht von den häufigen „Sofort kaufen”–Angeboten beirren. Gute Figuren kosten gutes Geld. Oft ist eine Sammelbestellung beim Fachhändler die bessere Alternative.

Die Bilder dieses Abschnitts zeigen den krassen Unterschied zu den qualitativ hochwertigen Produkten von Preiser mehr als deutlich. Davon haben wir etliche auf den vorherigen Seiten gezeigt. Investieren Sie lieber ein wenig mehr aus Ihrem Hobby–Etat und achten Sie auf eine gute Detaillierung.

 

Anbringen oder Aufstellen der Figuren

Zunächst einmal dieser Tipp. Die originalen, lackierten Preiser–Figuren sind nur bedingt Freiland–tauglich. Den Lacken fehlt ein hinreichender Schutz gegen UV–Strahlung, sodass sie schnell „altern”. Das bringt unter anderem blasse Farben mit sich. Abhilfe schafft ein Auftrag mit einem matten Klarlack aus der Sprühdose, der einen geeigneten UV–Schutz enthält. Ein spezielles Spray für den UV–Schutz bietet beispielsweise Marabu an (300 ml, matt, Nummer 156478).

Die Figuren sind von selbst nicht besonders standfest. Schon ein leichtes Lüftchen kann sie umwerfen, was bei selbst lackierten Modellen mit bedauerlicher Regelmäßigkeit kleinere Lackschäden zur Folge hat.

Bei sitzenden Figuren ist diesem Problem leicht beizukommen, und zwar mit einem Montage–Klebstoff wie zum Beispiel „Fixogum” von Marabu. Der besondere Vorteil dieser auch „Gummiarabikum” genannten Klebstoffe mit Benzin als Lösungsmittel: Die Klebestellen bleiben leicht trennbar, die Kleberreste können leicht mit dem Finger abgerubbelt werden. Die Lacke der Figuren und des Untergrunds werden nicht angelöst. Nach ein paar Jahren müssen die Klebestellen erneuert werden. Das ist kein Problem.

Dieses Mittel eignet sich auch gut für temporäre Ausstellungsanlagen. Der Klebstoff bindet auf rauen und kleinen Klebeflächen nur langsam ab und sollte nicht zu sparsam dosiert werden. Fixieren Sie die Modellfiguren während der Trocknungszeit!

Bei dem LGB®–Schaffner auf dem zweiten Bild ist ein nicht ganz so eleganter Trick zu sehen. Zwei Ringe aus Stahldraht, in den Schuhen eingeklebt, sorgen für einen halbwegs sicheren Stand. Das ist jedoch eher eine Spielzeuglösung, wenn auch optisch schon deutlich besser als die Kunststoff–Plattformen der älteren, stehenden Figuren von LGB®.

Die wahrscheinlich beste Methode besteht darin, durch den Absatz eines Schuhs der Modellfigur nach oben ein genau senkrechtes Loch zu bohren, zum Beispiel mit einem Millimeter Durchmesser. Dort können Sie ein Stück harten Messingdraht einstecken, und den Überstand wiederum in eine passende Bohrung des Untergrunds (beispielsweise den Boden im Führerstand einer Lokomotive). Das erste Bild der Seite zeigt ein Beispiel dafür. Die Figur steht fest und sicher und kann doch jederzeit ohne Werkzeug oder Beschädigung entfernt werden. Im Maßstab 1:87 (H0) tut es natürlich auch 0,5 mm–Draht.

 

Eine Taube und andere Kleintiere

Modellfoto: Eine Taube sitzt in der Sonne auf der Holzbohle des Prellbocks.
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Die kleine Taube wurde schon im Beitrag zum Selbstbau–Prellbock mit Code 200–Schienenprofilen gezeigt. Hier wird der Bau kurz beschrieben.

Zunächt wurde der Körper mitsamt Kopf und Schnabel aus dem Vollen gearbeitet, und zwar aus Polystyrol. Bei der richtigen Form halfen Vorbildfotos, die reichlich im Internet zu finden sind. Die Deckflügel entstanden aus dünnen, aufgeklebten Papierstreifen, die mit Schnellschleifgrund gehärtet wurden.

Graviert wurde vorwiegend mit dem Dreikantschaber unter der Lupe - denn das Vögelchen ist auch im Maßstab 1:22,5 noch ziemlich klein. Die Augen und die Füße entstanden aus Kupfer– und Messingdraht.

Bis dahin war das alles noch handhabbar. Richtig schwierig wurde es jedoch bei der Lackierung. Die typischen „Dachratten” haben einen in Spektralfarben (den Farben des Regenbogens, vorwiegend jedoch grünlich und violett) schillernden Hals. Auch der Rest am Federkleid ist im Farbton nicht einheitlich. Sehr viele verschiedene Grautöne, sehr dünn aufgetragen, brachten erst das gewünschte Ergebnis.

Ein Stückchen Draht am Bauchbereich sorgt dafür, dass die Taube sicher auf der Bohle des Prellbocks befestigt werden kann.

Drei weitere ausgezeichnet gestaltete Kleintiere hat der hervorragende Modellbauer „Leo” im Buntbahn–Forum gezeigt. In einem Thread sind Fremde Seite ein Eichhörnchen und ein Rabe zu sehen, im zweiten Fremde Seite eine sehr gut gestaltete Katze. Beachten Sie das wunderbare Modell des Hydranten auf den Fotos. Lesen Sie dazu auch „Hydrantenschilder und –deckel” aus dem Zubehör–Bereich.

 

Vorläufige Schlussbemerkung

Wenn Sie die Seiten zum Thema „Figuren” durchgelesen haben, sollten Sie genug Anregungen für eigene Schöpfungen gefunden haben.

Es erfordert einiges Geld, viel Zeit und Geduld, in diesem Bereich gute Ergebnisse zu erzielen - das wird gar nicht bestritten. Die auf den vorherigen Seiten gezeigten Bilder dürften beweisen, dass sich der Aufwand lohnt.

Beim Verfasser warten noch etliche Dutzend Figuren auf ihre Nachbearbeitung. Es ist daher möglich, dass dieser Bereich noch einmal erweitert wird. Zumindest ist - spät, aber immerhin - der Wunsch der Leser aus der Umfrage im Sommer 2005 erfüllt. Da gewann das vorgeschlagene Thema „Figuren” mit knappem Vorsprung.

Die Beschäftigung mit diesem Aspekt der Modelleisenbahn bereitet viel Freude. Sie ist für kurze Basteleien zwischendurch, auch am Küchentisch, geeignet. Tipp für den Einstieg: Versuchen Sie es zunächst mit einem Set unlackierter Figuren von Preiser - da sind der finanzielle Einsatz gering und die Erfolgschancen groß.

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