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Modellbahn: Triebfahrzeuge

Selbst angefertigte Räder für eine Dampflok

Wer seine Modelle - zum Beispiel im Maßstab 1:22,5 - selbst baut, wird bei Lokomotiven oft vor einem Problem stehen: Es gibt keine passenden Räder zu kaufen. Größe, Radprofil, Speichenzahl - irgend etwas stimmt nicht. Was nun?

Wenn es denn doch eine bestimmte Dampflok sein soll, hilft da nur der Eigenbau. Wie so oft gibt es da mehrere Möglichkeiten. Hier wird eine davon beschrieben, die sicher mit etwas Aufwand verbunden ist, dafür jedoch ausgezeichnete Ergebnisse bringt.

Abschnitte dieser Seite:

 

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Moderne Techniken: CNC–Fräsen

Die Szene der aktiven Modellbahner hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Immer mehr Hobbyfreunde verfügen über eine gediegene Werkstatt–Ausrüstung, beispielsweise auch eine Link zum Glossar CNC–Fräsmaschine.

Sofern Sie selbst nicht so ausgestattet sind, finden Sie eventuell einen Hobby–Kollegen, der bereit ist, Ihnen zu helfen. So war es hier. Zunächst wurde mit einem Link zum Glossar CAD–Programm eine Zeichnung der gewünschten Räder angefertigt - in Auf– und Seitenansicht im Schnitt.

Das zweite Bild des Abschnitts zeigt eine entsprechende Rastergrafik.

Die Bohrung für den Kurbelzapfen beim Dampflokrad - in einer Lehre.
[ ± ]. Bohrung für den Kurbelzapfen.

M. Weigel, auch bekannt unter seinem Nickname „Flachschieber”, war so freundlich, sich dieser Aufgabe anzunehmen. Auf dem dritten Bild sehen Sie einen ersten Prototyp, gefräst aus 4 mm starkem Messing. Das Gegengewicht und die Aufnahme für den Kurbelzapfen blieben erhaben, der Rest wurde tiefer gefräst. In einem zweiten Durchgang folgten dann die Aussparungen zwischen den Speichen. Danke für den Einsatz! Von ihm stammen auch die zwei Fotos des Abschnitts.

Nun blieb jedoch noch ein zweites Problem. Die Radreifen sollten aus Edelstahl sein (V4A). Dieses Material ist jedoch auf der heimischen Drehbank nur extrem schwer zu zerspanen, vor allem bei solchen Durchmessern (hier: 35,5 mm).

Hier musste also auch noch eine Lösung gefunden werden. Davon ist die Rede im nächsten Abschnitt.

 

Die Sammelbestellung bei der Automaten–Dreherei

Es hilft oft, wenn einem die Fertigungsmethoden vertraut sind. Bei einer Automaten–Dreherei ist es beispielsweise mit erheblichem Aufwand verbunden, die Maschinen einzurichten. Eine kleine Änderung bei vorgenommenen Einstellungen - beispielsweise nur beim Durchmesser - ist jedoch schnell erledigt.

Da bot es sich an, im Fremde Seite Buntbahn–Forum nachzufragen. In der Tat kamen für die non-profit–Aktion genug Bestellungen zusammen, für Radreifen mit zwei verschiedenen Profilen und drei Durchmessern. Damit wurde der Spaß finanzierbar, weil die Einrichtungskosten auf genug Besteller verteilt werden konnten.

Als die Teile eintrafen, war die Freude groß. Die Spurkränze weichen doch deutlich von denen der LGB®–Räder ab. Sie entsprechen den Normen der Europäischen Modellbahnen (NEM).

Als die gefrästen Radsterne auch kamen, blieben nur noch zwei Fragen: Wie sollten Radreifen und Radsterne verbunden werden, und wie sollte die Stromabnahme funktionieren?

 

Montage und Stromabnahme

Die Radreifen sollten isoliert auf den Radsternen angebracht werden. Bei Modellen aus Metall ist es ganz wichtig, dass die gesamten Aufbauten, einschließlich der Puffer und Kupplungen, elektrisch Potenzial–frei sind - sonst kann und wird es beim Kuppeln mit anderen Fahrzeugen aus Metall und mit Stromabnahme üble Kurzschlüsse geben. Dazu gleich mehr.

Radsterne und Radreifen wurden so geplant, dass ein dünner Spalt dazwischen verbleibt. Das bedeutet, dass die Radreifen mit einem spaltfüllenden Klebstoff befestigt werden können. Der Absatz hinten an den Radreifen sorgt dabei für eine präzise Ausrichtung in der vertikalen Achse und der dünne Spalt für die horizontale Zentrierung.

Zum Einsatz kam hier ein bewährtes Mittel von Loctite, das inzwischen (leider) nicht mehr verfügbar ist, nämlich Nr. 603 „Fügen Welle Nabe”. Bei drei Rädern klappte das auf Anhieb prima, bei einem vierten nicht - da gab es noch einen schwachen Durchgang. Zum Glück kann der Klebstoff im Herd erwärmt und damit wieder gelöst werden.

Das letzte Bild des Abschnitts zeigt ein lackiertes und montiertes Rad am Fahrwerk der kleinen Selbstbau–Dampflok. Das heißt, klein ist sie nur auf das Vorbild bezogen - das gesamte Modell im Maßstab 1:22,5 bringt satte drei Kilogramm auf die Waage und ist rund 20 cm lang.

Der Trick für die Stromabnahme wird auf einer anderen Seite beschrieben. Vom Radreifen wird ein Draht zu einem auf der Achse angebrachten, isolierten Ring geführt, versteckt hinter einer Speiche. Wie das genau funktioniert, wird auf einer Seite zum Thema Stromabnahme beschrieben.

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