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Digital–Betrieb

Steuern mit Tablet oder Smartphone - Z21 von Roco

Moderne Zeiten … Die Idee ist schon lange nicht mehr neu. Wenn schon eine Modellbahn digital gesteuert wird, warum dann nicht mit einem mehr oder minder gängigen Gerät, also beispielsweise einem iPad?

Das hat sich nach Märklin auch die Allianz aus Roco und Fleischmann gedacht und 2012 das Z21–System auf den Markt gebracht.

Selbst getestet haben wir das System noch nicht, jedoch Meinungen zum Thema eingeholt. Auf in die Zukunft!

Abschnitte dieser Seite:

 

Aufbau und System der Z21

Im Lieferumfang sind die eigentliche Zentrale und ein WLAN–Router von TP-Link enthalten. So einen benutzt der Autor aktuell daheim auch. Das Gerät an sich ist nicht so schlecht, die Benutzeroberfläche ist es jedoch. Die Z21-Zentrale ist wohl fix auf die IP–Adresse 192.168.0.111 eingestellt. Es kann Probleme bereiten, wenn noch ein anderer Router im selben Class C–Netz unterwegs ist. Eventuell müssen Sie ein Gerät abschalten, damit das andere noch funktioniert.

Es ist zwar durchaus möglich, den Router vor unerwünschten Zugriffen zu schützen. Das ändert jedoch nichts daran, dass Meister der Digital–Kommunikation bei Veranstaltungen regelmäßig versuchen, auf ihn zuzugreifen, was Performance–Probleme zur Folge haben kann.

Ein Eingabegerät wird nicht mitgeliefert. Zwar ist das System auch mit der Multimaus benutzbar, macht so jedoch nur bedingt Sinn - da ist die Anschaffung einer Funkmaus noch die bessere Wahl.

Damit die Idee ihre Stärken wirklich ausspielen kann, sollte besser ein Tablet mit einer hinreichend großen Auflösung verwendet werden. Der einfache Grund: Bei einem Smartphone können mit der kostenlosen App Anlage und Fahrzeugsteuerung nicht wie bei dem Beispielbild nebeneinander angeordnet und gleichzeitig eingesehen beziehungsweise bedient werden.

Technisch funktioniert das so, dass das Eingabegerät über den Router Befehle an die Zentrale überträgt und auch von dort empfängt, beispielsweise - und das ist wirklich interessant - Videos aus einem Führerstand (was die Kosten jedoch entsprechend in die Höhe treibt).

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Was geht und was nicht?

Nehmen wir 'mal an, dass Ihnen ein passendes Android– oder sonstiges Tablet ohnehin zur Verfügung steht - das soll's ja heutzutage öfter geben. Damit haben Sie ein mobiles Eingabegerät, dass sich im Wesentlichen bei der Modellbahnsteuerung nur durch die optische Aufbereitung und die Verfügbarkeit von mehr Funktionen gleichzeitig von den etablierten kabellosen Systemen unterscheidet.

Wie für alle anderen Systeme gilt auch hier - trotz der interessanten Möglichkeiten - dass die Aufmerksamkeit des Benutzers meist nur auf einen Zug oder ein Triebfahrzeug gerichtet sein kann. Das ist dann gut, wenn viele Menschen zusammen eine Anlage bedienen oder nur ein Fahrzeug selbst bewegt wird. Das lässt sich dem System also nicht ankreiden.

Das Bild des Abschnitts zeigt eine Schauanlage, die für solche Zwecke durchaus geeignet wäre - jeder steuert hier mit seinem Eingabegerät sein Fahrzeug.

So interessant die Zusatzmöglichkeiten sind - leider klemmt es offenkundig noch an manchen Stellen. Sehr gut klappt die feinfühlige Fahrtregelung mit DCC–Protokoll. Dass die Z21 mit 14, 27 oder 28 Fahrstufen des Motorola–Systems keine Wunder bewirken kann und Sprünge passieren können, darf den Entwicklern kaum angekreidet werden.

Ein weiteres Problem ist, dass die Schnittstellen der Digital–Zentrale leider noch nicht alle funktional sind, so beispielsweise der „Sniffer”. In Startpackungen ist eine abgespeckte Version als „z21” mit kleinem „z” erhältlich. Das rechtfertigt an sich jedoch noch nicht die große Zukunftsvision.

Das kleine und große „Z” sind auch noch einen Satz wert. Welcher Marketing–Stratege hat sich denn das als Unterscheidungsmerkmal ausgedacht? Das ist etwa so glücklich wie die unglaublich komplizierte Schreibweise der Roco multiMauspro® - die übrigens mangels ZigBee–Schnittstelle (noch) nicht mit dem neuen System kompatibel ist.

 

Die Website und die Möglichkeiten

Der Holding von Fleischmann und Roco ist das Thema anscheinend wichtig genug, um eine auf den ersten Blick schicke Website anzubieten: (fremde Seite) www.z21.eu.

Leider ist diese - da beißt die Maus keine Faden ab - nahezu ebenso wenig informativ wie die sonstigen Seiten von Roco oder Fleischmann. Wer sich für detaillierte Informationen interessiert, wird dort wahrscheinlich trotz des hübschen Models bei den Aufmacher–Bildern nicht wirklich froh. Auch ist die Schrift für zahlungskräftige Kunden im fortgeschrittenen Alter kaum lesbar - mangels Kontrast.

Ein bisschen verwunderlich ist auch, dass die Präsenz gerade bei der avisierten Zielgruppe kein (fremde Seite) Responsive Webdesign verwendet.

Die Idee mit den Führerstanden ist sicher gut. Nur mangelt es (noch) an geeigneten Führerständen für die Anzeige. Die Bedienung ist auch für erfahrene Tablet–Benutzer eher fummelig. Immerhin gibt es in diesem Bereich ständig Aktualisierungen.

Sehr gut ist an sich die Multiprotokoll–Fähigkeit. Will sagen, die Zentrale kommt mit DCC– und Motorola–Systemen klar - mit viel mehr jedoch nicht. Ebenfalls gut: Das Auslesen von Zimo–Decodern ist anders als bei der multiMauspro® auch kein Problem mehr. Super!

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Fazit

Preislich ist das System akzeptabel - ab 320,- € Straßenpreis (statt 399,- €) ist die voll ausgebaute Z21 zu haben. Das ist also kein großer Unterschied zur Funkmaus von Roco oder Fleischmann.

Interessanter wird es schon bei der Zielgruppe. Das Display auf einem Tablet ist sicher verlockend. Anscheinend hakelt die Anwendung jedoch noch ziemlich bei Android–Geräten, und die nötige Umschaltung von Lok– zu sonstigen Steuerungen auf Smartphones ist nicht komfortabler als bei anderen Sytemen. Wer wird also daran interessiert sein?

Die Führerstandsmitfahrt als Video (die Lokkameras wurden auf der Spielwarenmesse 2013 angekündigt) dürften zwar unterhaltsam, jedoch auch teuer sein, zumal jedes Triebfahrzeug dafür individuell ausgerüstet werden muss.

Zunächst mag es nachteilig erscheinen, dass die Zentrale so viele noch nicht wirklich nutzbare Schnittstellen hat. Die Idee als solche ist jedoch eher visionär zu sehen und schlägt eine Brücke zwischen den eher konservativen Modellbahnern und den heutigen Kids (Kindern, Jugendlichen). Das ist im Ansatz nicht schlecht.

Bei der Lektüre in einschlägigen Foren und im Gespräch wird jedoch klar, dass die Z21 noch einigen Weg vor sich hat, bis sich das Konzept durchsetzen wird - und dann auch nur für spezifische Anwendungsfälle. Für größere Anlagen eignet sie sich eher nicht.

Einen ausführlichen Testbericht zur Z21 mit vielen Bildern finden Sie bei (fremde Seite) Stummis Modellbahnforum.

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