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Modellbahn: Gleise

Einschottern der Gleise

Das Schotterbett für Modelleisenbahnen scheint ein fast unerschöpfliches Thema zu sein. Seit Jahrzehnten finden sich in Modellbahn–Zeitschriften und in neuerer Zeit Foren Beiträge dazu.

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Daher werden wir uns hier kurz fassen, um das schon oft Gesagte nicht unnötig wiederzukäuen.

Da es - zum Glück und noch - immer wieder Neueinsteiger in das Hobby „Gartenbahn” oder „Großbahn” gibt, folgen hier grundsätzliche Hinweise zur Eisenbahn im Maßstab 1:22,5 . Sie betreffen Form, Größe, Farbe, Gewicht und Befestigung des Schotters im Modell.

Abschnitte dieser Seite:

 

Die Wahl des Materials

Bei der Wahl des Schotters für Ihre Anlage sollten Sie einige Punkte berücksichtigen. Bei echten Gartenbahnen und temporären Ausstellungsanlagen wie auf dem ersten Foto dieser Seite spielt das Gewicht eine untergeordnete Rolle. Diesem Faktor kommt bei Dioramen und transportablen Segment–Anlagen umso mehr Bedeutung zu.

Das leuchtet schnell ein, wenn Sie sich die eher kleine Baeseler–DKW auf dem ersten Foto dieses Abschnitts ansehen und bedenken, dass vorwiegend durch den Echtstein–Schotter schon gute acht Kilogramm Gewicht erreicht werden. Einen Tipp zur Vermeidung dieses Problems finden Sie später auf dieser Seite.

Farbe, Form und Korngröße haben nur indirekt etwas mit diesem Punkt zu tun. Alle drei spielen jedoch ein wichtige Rolle. Gleisschotter muss scharfkantig sein, sonst verzahnen sich die Steine nicht unter der Stopfmaschine. Die Korngröße sollte so halbwegs passen. Bei Hauptbahnen darf es ein wenig mehr sein, auf leichten und kleinen Neben– und Schmalspurbahnen sind jedoch Korngrößen von 2 bis 3 mm realistischer (zumindest im Maßstab 1:22,5).

Die Farbe wird vorwiegend vom Vorbild bestimmt. Wenn Sie nicht nach einem konkreten Vorbild bauen, ist nahezu alles von sehr hell (siehe zweites Foto von der Fremde Seite Härtsfeld–Museumsbahn in Neresheim) bis hin zu grauen Tönen (Granit) oder gar braun erlaubt.

Schotter wird meist aus den nahe gelegenen Gesteinssorten gewonnen. Das kann daher Granit, Basalt oder eine andere Gesteinart sein. Vermeiden Sie den Fehler, innerhalb einer Anlage die Farbe zu sehr zu wechseln. In der Regel wird ein helles Grau mit leichten Brauntönen - zum Beispiel von Rostspuren - gut passen.

Bei Gefällestrecken wird rechts und links der Schienen der rostige Abrieb der Bremsklötze zu sehen sein, bei Steigungen eher der Sand aus dem Sanddom, der das Durchdrehen der Räder - vor allem bei feuchten Schienen - vermeiden soll. Da Schmal– und Nebenbahnen oft eingleisig ausgeführt sind, bedarf es bei der kombinierten farblichen Gestaltung im Gefälle eines geschickten Händchens.

 

Gewichtsfragen und ein Ersatzstoff

Dieser Punkt wurde schon weiter oben angesprochen. Echtschotter bringt es auf etwa 1,8 Kilogramm Gewicht je Liter Volumen. Das ist ziemlich viel und für transportable Anlagenteile eher ungeeignet, besonders bei den „größeren” Maßstäben ab der „Königsspur” 1 (Maßstab 1:32).

Viele Jahre wurde vergeblich nach einem geeigneten Ersatz aus Kunststoff mit geringerem Gewicht als Steinen gesucht. Der „goldene” Tipp kam schließlich aus einer eher unerwarteten Ecke, nämlich von der Fremde Seite Website von Uwe Kleine, genauer per E-Mail von ihm selbst. Besten Dank dafür!

Bei dem Schotter auf dem Foto dieses Abschnitts - links oben im Bild ungefärbt - handelt es sich nämlich um Kleintierstreu aus Maiskolben, also einem Naturprodukt. Das Material ist relativ scharfkantig und wiegt etwa 400 Gramm je Liter, also weniger als ein Viertel des echten Schotters.

Das Produkt heißt „Chipsi Mais” und ist beispielsweise bei Fremde Seite ZooPlus online zu haben - und das um kleines Geld.

Auf dem Foto dieses Abschnitts ist oben links ein kleiner Haufen des unbehandelten Materials zu sehen. Es ist sehr günstig, dass es so hell ist, da das Granulat so leicht eingefärbt werden kann. Das geschah beim Muster auf dem Foto mit einer Mischung aus Holzbeize und Abtönfarbe.

Der Färbevorgang in einer hinreichend großen Kunststoff–Schüssel war kein Problem. Ein paar Versuche können nichts schaden, bis die gewünschte Farbe stimmt. Eher bereitete die Trocknung ein wenig Sorgen. Wenn der Möchtegern–Schotter nämlich nicht schnell genug trocknet und zugleich oft gewendet wird, droht die Gefahr der Schimmelbildung. Als gutes Mittel dagegen erwies sich die Trocknung im Backofen auf Backpapier bei moderater Hitze.

 

Klein– und Feldbahn–Gleise

An den Unterbau sehr kleiner Bahnen und Feldbahnen werden nur geringe Ansprüche gestellt. So ist es bei einer fest verlegten Feldbahn durchaus üblich, dass kaum mehr als das Schienenprofil über das Niveau des Geländes hinaus ragt.

Die beiden letzten Fotos dieses Abschnitts zeigen im Modell Beispiele dafür, und zwar einmal mit 3,7 mm hohen Schienenprofilen von Fremde Seite Hegob (oben) und sehr niedrigen Profilen für den Handverschub, etwa entsprechend dem Vorbild S5 (letztes Bild).

Bei solchen Bahnen besteht die Bettung zuweilen eher aus Kies denn aus Schotter. Da das erhöhte Gleisbett fehlt, reicht der Pflanzenwuchs oft bis direkt an die Schienen heran.

Eine noch nicht eingeschotterte Feldbahnweiche.
[ ± ].

Bei der Gestaltung solcher Gleise können Sie mit einem kleinen Trick viel Streumaterial und damit Gewicht sparen. Das Foto zeigt, wie es geht. Kleben Sie Streifen aus dünnem Balsaholz zwischen die Schwellen und erhöhen Sie später auch rechts und links der Schwellen das Gelände.

Der nahe liegende Gedanke, gleich niedrigere Schwellen zu benutzen, macht nur im Bahnhofsbereich Sinn. Durch das weiche Balsaholz können Sie nämlich leicht hier und da eine Vertiefung vorsehen. Eine solche Vertiefung wird auch im Bereich der Weichenstellstange gebraucht. An dieser Stelle lassen Sie die dünne Schicht einfach weg.

In der Großbild–Ansicht des zweiten Fotos ist leicht zu erkennen, wie gut solchen kleinen Niveau–Unterschiede im Modell wirken.

 

Schotter kleben

Ein Kind träufelt ein Gemisch aus Wasser, Spülmittel und Leim auf Gleisschotter.
[ ± ]. Chiara fixiert Schotter.

Für die Befestigung des Modellschotters wird normaler Weise ein Gemisch aus verdünntem Holz–Weissleim mit einer kleinen Zugabe von Spülmittel verwendet. Durch das Spülmittel wird die Oberflächen­spannung des Wassers und Leims gebrochen, sodass die Flüssigkeit nicht in Tropfen auf den Oberflächen perlt, sondern in Ritzen und Fugen kriecht.

In Zeitschriften und Foren ist oft zu lesen, dass das Gemisch am besten mit einer Blumenspritze aufgetragen wird. Für Begrünungen und Sand ist das sicher richtig, zumal dann auf das feuchte Material nachgestreut werden kann.

Bei Schotter für die großen Bahnen ist das jedoch keine so gute Idee. Besonders bei echtem Steinschotter bildet sich beim Trocknen eine dünne, seidenmatte Haut auf den Steinen und liebevoll gealterten Schienen und Schwellen, die zu sehr glänzt.

Bei dem Gleisstück diesen Fotos wurde daher anders verfahren. Zunächst wurde das Streumaterial rechts und links der Schwellen auf eine Schicht wasserfestes Ponal Super 3 aufgestreut. In der benutzten Blumenspritze befand sich jedoch nur Wasser mit Spülmittel und ganz wenig Klebstoff.

Dann erst wurde der Schotter - wie üblich mit dem Borstenpinsel, Bürsten und von Hand - sorgfältig aufgebracht und ausgerichtet.

Bei der Fixierung helfen Pipetten oder wie auf dem ersten Bild gezeigt Trinkhalme aus Kunststoff. Stecken Sie einen Trinkhalm in ein Gefäß mit dem Leimgemisch und verschließen Sie dann mit einem Finger die obere Öffnung. Nun können Sie das teils gefüllte Rohr in Ruhe an den Seiten oder zwischen den Schwellen anlegen und nehmen erst dort den Finger weg. Das Gemisch wird in die erste Ritze fließen und sich nach und nach von unten verteilen, sodass die Oberfläche des Streumaterials meist trocken bleibt.

Wenn Sie das Gemisch zwischen allen Ritzen erkennen können, haben Sie genug aufgetragen.

 

Abschließende Hinweise

Verlassene Bahnlinie bei Lollar mit braunem Schotter und rostigen Schienen.
[ ± ].

Aufmerksamen Betrachtern wird aufgefallen sein, dass es auf dieser Seite keine Gleise von LGB® zu sehen gibt. Lediglich die gezeigte Baeseler–DKW wurde mit vergleichbaren Profilen von Fremde Seite Thiel Gleissysteme gebaut.

Ein Vorbild–gerechtes Schienenprofil und ein gut gestaltetes Schotterbett tragen viel zum guten Eindruck Ihrer Modellbahnanlage bei.

Beachten Sie beim Schotter besonders die Körnung und die Farbe. Die Unterschiede bei der Färbung sind auf diesen zwei Fotos extrem, was auch für die Schienenprofile und Schwellen (links: Stahl, rechts: Holz) gilt.

Tipp: Bauen Sie zunächst ein paar kleinere Probestücke und testen Sie dabei die Wirkung verschiedener Farben und Techniken. Wenn Sie sicher sind, was Ihnen am besten gefällt, können Sie dann so weiter bauen.

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