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Dampfgeneratoren

Eine mit Echtdampf betriebene Modell–Lokomotive ist eine feine Sache. Besonders, wenn es kalt ist, „qualmt” sie ganz wie das große Vorbild. Was aber, wenn Ihre Dampflok - was wohl meist der Fall sein dürfte - elektrisch betrieben wird?

Dann hilft Ihnen nur elektrisch erzeugter Dampf oder „Rauch”, und dafür sorgen die Generatoren von Fremde Seite Seuthe®. Auf dieser Seite geben wir ein paar allgemeine Tipps und ein paar spezielle für den Dampfgenerator Nummer 5, der (fast) baugleich ist mit dem LGB®–Dampfeinsatz 65853. Nahezu alle Dampfentwickler europäischer Modellbahnen werden von Seuthe® hergestellt.

Abschnitte dieser Seite:

 

Allgemeine Hinweise

Ein Dampfgenerator - oft auch „Rauchentwickler” genannt - besteht aus einem elektrisch betriebenen Heizelement in einem Gefäß. Bei den Typen, wie sie als Schornsteineinsatz benutzt werden, ist das Heizelement meist in einem Röhrchen, in dem die Dampfflüssigkeit (das „Rauchöl”) durch Kapillarwirkung nach oben steigt.

Genau genommen dreht es sich bei den austretenden Wölkchen weder um Dampf noch um Rauch, sondern eher um ein Destillat.

Die Dampfflüssigkeit muss dafür auf eine ziemlich hohe Temperatur gebracht werden. Dabei hat das Heizelement einige Arbeit zu verrichten. In Folge ist der Strombedarf nicht eben gering. Dazu gleich noch mehr.

Der Generator soll nicht den Schornstein heizen oder gar schmelzen, sondern möglichst viel Hitze an die Flüssigkeit abgeben. Daher müssen die Heizerlein mit einer möglichst guten Wärmeisolierung zum Schlot eingebaut werden.

Seine beste Wirkung entfaltet ein Rauchgenerator, wenn er mit der zulässigen Nennspannung betrieben wird. Längere Heizperioden ohne die Flüssigkeit mögen die Elemente hingegen nicht. Daher ist es eine gute Idee, einen Schalter vorzusehen.

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Spannung und Strom

Spannung

Wir verwenden als Beispiel den Seuthe®–Dampfgenerator Nr. 5 - das Gesagte lässt sich aber auch auf andere Typen übertragen. Er entspricht dem mechanisch und elektrisch verstärkten Brüderchen von LGB® beziehungsweise Märklin. Die zulässige Spannung beträgt bei beiden 4,5 bis 6 Volt, auch wenn die Ausführung von LGB® als 5 Volt–Typ ausgegeben wird. Wir betreiben sie seit Jahren ohne Probleme mit 6 Volt.

Wie oben erwähnt, qualmt es am besten, wenn die zulässige Nennspannung verwendet wird. Ob das Gleich– oder Wechselspannung ist oder ein Rechtecksignal wie bei der Impulsbreiten–Modulation, ist egal. Subjektiv haben wir den Eindruck, dass die Wirkung bei pulsierenden Spannungen besser ist. Bei Seuthe® im Labor konnte jedoch kein großer Unterschied festgestellt werden.

Ist die Spannung zu gering, ergibt sich - wenn überhaupt - nur ein dünnes Rauchfähnchen. Das wird beispielsweise bei analog betriebenen, langsam fahrenden Dampfloks der Fall sein. Gerade beim Anfahren jedoch entsteht beim Vorbild meist eine starke Dampf– und Rauchwolke.

Ist sie hingegen zu hoch - beispielsweise 22 Volt bei einem 18 Volt–Typ - wird das Heizelement früher oder später durchbrennen.

Im Digitalbetrieb genügt ein Schalt– oder Festspannungsregler, um die nötigen Grenzen einzuhalten. Wenn nur digital gefahren oder gedampft werden soll, ist die Verwendung eines 18 Volt–Typs besser, da vom Regler weniger Strom in Wärme umgewandelt werden muss. Bei (optionalem) Analog–Betrieb ist der 6 Volt–Typ vorzuziehen. Auf der vorhergehenden Seite zum Thema Fahrzeug–Beleuchtung wurde das Prinzip erklärt. Der Schaltplan in diesem Abschnitt zeigt eine Version für den Analog–Betrieb mit einem 6 Volt–Dampfgenerator (oben rechts als Spule eingezeichnet).

 

Strom

Ein Heizelement dieser Art „zieht” im kalten Zustand zunächst einen sehr hohen Strom. Beim Einschalten folgt eine Einschalt–Stromspitze, die nur einige Millisekunden dauert und durchaus 1 Ampère betragen kann (etwa das Vierfache des Nennstrom–Verbrauchs). Danach sinkt der Strom auf rund 500 mA und langsam auf etwa den mittleren Betriebsstrom ab, bis der Generator richtig heiss ist. Der Nennstrom–Verbrauch der Nummer 5 liegt bei 260 mA.

Das bedeutet im Analog–Betrieb, dass ein Festspannungsregler für 1 Ampère sehr gut gekühlt werden muss und Typen mit 2 oder 3 Ampère vorzuziehen sind - die nehmen es leichter ( zwinker ). Im Digital–Betrieb ergibt sich bei Großbahnen und kleineren Decodern wie dem Zimo MX64H das Problem, dass die Funktionsausgänge gar nicht so viel Strom liefern dürfen. Auf der Seite zum Thema Pufferung wird erklärt, wie Sie diese Aufgabe meistern können.

Tipp: Wenn Sie einen Rauchentwickler für LGB®–Loks haben und nicht wissen, ob es eine Sorte für 6 oder mehr Volt ist: Messen Sie im kalten Zustand den Widerstand. Werte um die 30 Ohm sprechen für eine 6 Volt–Type.

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Vorratsfragen

Hier folgen zunächst ein paar Tipps zur Befüllung der Dampfgenerator–Vorratsbehälter.

  • Füllen Sie zunächst nur ganz wenig Dampföl in den Behälter. Dadurch wird die Aufheizzeit merklich verkürzt.
  • Bei den Einsätzen für Schornsteine sollte der Füllstand möglichst nicht höher werden als bis zur Hälfte, höchstens zwei Drittel.
  • Benutzen Sie zum Einfüllen Einwegspritzen aus der Apotheke, die helfen beim dosieren. Erklären Sie, dass Sie die Spritzen für die Modellbahn benötigen - dann werden Sie als harmloser Spinner abgetan und erhalten das Gewünschte ( zwinker ).
  • Kleckern Sie möglichst nichts daneben. Die gängigen Rauchöle hinterlassen eine Schicht auf den Oberflächen der Modelle, die nur schwer zu entfernen ist, Staub anzieht und ihn bindet.

Zusatztanks

Wenn ein Generator so richtig „in Fahrt” ist, reicht der Vorrat im Behälter nicht sehr lang. In die hier beschriebenen Einsätze passen höchstens 2 cm³ - das reicht für etwa fünf bis höchstens zehn Minuten Volldampf.

Die erste Abbildung dieses Abschnitts zeigt, wie Sie die Laufzeit erheblich verlängern können. Im Beispiel wurden der Dampfdom und ein zusätzlicher Tank im Führerhaus oberhalb der Feuerbüchse als Zusatzbehälter eingebaut. Der Schornsteineinsatz und die Tanks sind über Ausgleichsrohre miteinander verbunden. Der Pegel wird also in allen drei Behälter stets gleich hoch sein, sofern die beiden Zusatztanks oben eine Öffnung für nachströmende oder entweichende Luft haben.

Auf der Skizze ist zu erkennen, dass der Füllstand nicht so sehr hoch wird. Er wird durch die Höhe der Zusatztanks bestimmt. Das ist aber gerade gut und sorgt für kräftigen Qualm. Die im zweiten Bild gezeigte Dampflok dampft damit etwa eine Stunde lang.

Bei den Klebestellen der Ausgleichsrohre gab es immer wieder Undichtigkeiten. Also fragten wir (auch) deswegen bei Seuthe® nach.

Ein freundlicher Mitarbeiter erklärte uns am Telefon, dass alle Dampfgeneratoren zunächst im Werk getestet werden und daher schon in der Original–Verpackung verölt seien. Eine sorgfältige Reinigung mit Spiritus genüge, um die Teile zu entfetten. Als Klebstoff empfahl er dickflüssigen Sekundenkleber (Cyanacrylatester). Da lag also der Hase im Pfeffer. Der Verfasser war irrtümlich davon ausgegangen, dass die Heizerlein im Lieferzustand fettfrei seien.

Für den Bau der Tanks selbst eignen sich Polystyrol oder Metall, ganz nach Wunsch. Nur dicht sollten sie sein. Tipp: Verbinden Sie das unten am Zylinder eingeklebte Messingröhrchen über ein Stück flexiblen Schlauch mit der Ausgleichsleitung. Das vereinfacht den Ein– und Ausbau.

 

Maße und Eigenbau–Einsätze

Schattiert gezeichneter Schlot in zwei Ansichten, darin hervorgehoben der Raucheinsatz.
[ ± ].

Das leicht konische und mit Kunststoff ummantelte Messingrohr des Generators von LGB® / Märklin ist 33 mm hoch. Darunter liegt die außen Halbkugel–förmige Klebung, aus der auch die Anschlusskabel heraus führen. Der untere Durchmesser beträgt etwa 8,8 mm, der obere vor der abschließenden Verdickung rund 9,7 mm.

Diese Verdickung selbst ist 2,4 mm hoch bei einem Durchmesser von 10,5 mm.

Bei sehr schlanken Schornsteinen von 1:22,5–Modellen kann es da schon Platzprobleme geben. Bei der im Bau befindlichen, „neuen” 99 021 gelang es, die Vorbildmaße noch passabel einzuhalten. Das folgende Foto von Tobias Freudenmann zeigt die entsprechenden Drehteile für das Schlot–Oberteil.

Zwei innen und außen leicht konische Messingdrehteile.
[ ± ]. Foto: T. Freudenmann.

Wenn der Einsatz beim besten Willen nicht passt - verzweifeln Sie nicht. Beschaffen Sie sich ein möglichst dünnwandiges, passendes Röhrchen aus Metall. Entfernen Sie vorsichtig, möglichst ohne große Erschütterungen, die originale Messinghülse. Kleben Sie das eigentliche Heizelement samt den Originalklebstoff–Resten in das neue Rohr.

Achten Sie beim Einbau auf die schon erwähnte, gute Wärmeisolierung - vor allem oben.

Tipp: Für eine starke Dampfentwicklung ist es günstig, wenn das obere Ende des Heizelements nur knapp unterhalb der Schlotoberkante liegt.

 
 
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