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Modellbau: Oberflächen–Behandlung

Entfetten und Reinigen

Alle Klebstoffe und Lacke setzen eine fettfreie und saubere Oberfläche voraus, wenn sie gut haften sollen.

Nun ist es aber teilweise gar nicht so einfach, die Modelle oder Einzelteile sauber zu bekommen. Sei es, dass sie sehr filigran und damit empfindlich oder sehr groß und damit unhandlich sind, zuweilen müssen spezielle Lösungen für die Reinigung der Oberfläche gefunden werden.

Auf dieser Seite geben wir ein paar Tipps und Hinweise zum Säubern von Teilen und Modellen (auch der Modellbahn). Der guten Lack–Oberfläche stehen nicht nur Fett, sondern auch Fingerschweiß und Staub im Weg. Menschlicher Schweiß ist ätzend und kann Metalloberflächen zersetzen. Reinigen Sie Metallteile zuweilen also auch während der Bauzeit!

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Vorarbeiten

Wo immer das möglich ist, sollten Oberflächen von Modellteilen zunächst mit feinem bis feinstem Schleifpapier geschliffen werden. Bei Kunststoffen sollte eine Körnung von etwa 320, besser 400 zum Einsatz kommen.

Diese Vorbehandlung muss teilweise vor der Montage der Teile stattfinden, da bestimmte Stellen danach nicht mehr zugänglich sind. Bei dem Arbeitswagen auf dem Foto wurden die Holzleistchen zuerst verschliffen, mit einem Kunststoff versiegelt, noch einmal verschliffen und erst danach verklebt.

Das gilt auch für das abgebildete Achslager–„Blech” aus Polystyrol. Nach erfolgter Montage des Achslagergehäuses und des Federbunds kann es nicht mehr gut geschliffen werden, weil es danach zu viele unzugängliche Winkel und Ecken gibt.

Das Anschleifen von Kunststoff–Oberflächen ist viel effizienter als die ausschließliche Verwendung eines Haftgrunds. Das gilt übrigens auch für das im Bild gezeigte Holz. Da es mit einem verdünnten Schnellschleifgrund vorbehandelt wurde, besteht seine Oberfläche nun ebenfalls aus Kunststoff.

Bevor Sie mit der Endreinigung beginnen, sollten zunächst auch alle losen Schmutzteile (Späne) entfernt werden, beispielsweise durch Ausblasen und Ab–Pinseln. Solche kleinen Teile bleiben beim Kontakt mit Reinigungs–Flüssigkeiten zuweilen durch deren Adhäsionskraft in Winkeln und Ritzen „kleben”. Meist fallen sie dann erst nach erfolgter Lackierung unangenehm auf.

 

Reinigungsbäder

Die einfachste Methode, Teile und ganze Baugruppen zu entfetten, ist ein Bad. Je nach Größe der zu reinigenden Teile genügt hier ein Topf, größere Modelle benötigen eine Schüssel.

Als Reinigungs-Mittel können Sie zum Beispiel herkömmliches Waschmittel sorgfältig in sehr warmem Wasser auflösen (etwa 60° C). Sobald die Lauge auf gute 45° C abgekühlt ist, können Sie Modell und Teile darin waschen. Alternativ dazu können Sie einfach heißes Wasser mit reichlich Spülmittel verwenden. Das entfettet aber nur bei entsprechend hohen Konzentrationen.

Benutzen Sie für größere Oberflächen einen Schwamm (Vorsicht bei angesetzten Kleinteilen - da sollte er sich nicht drin verhaken). Kleinere und verwinkelte Teile lassen sich oft gut mit weichen Borstenpinsel säubern.

Spülen Sie die Teile dann mit reichlich heißem Wasser ab. Wenn das Wasser auf größeren Oberflächen einen glatten Film hinterlässt, statt Perlen zu bilden, sind Sie schon an einem guten Punkt.

Bei manchen Modellen ist es möglich, auf glatten und größeren Oberflächen auch Scheuerpulver zu benutzen. Das hilft zwar, weil es auch mechanisch wirkt. Es muss aber ganz besonders sorgfältig abgewaschen werden.

Nach der letzten und sorgfältigsten Spülung müssen Modell oder Teile an der Luft trocknen. Tücher zum Trocknen sollten nicht verwendet werden, sie bilden nur neue Fussel oder gar statische Aufladungen. Achten Sie auf eine hinreichend lange Trocknungszeit, denn Wassertröpfchen können sich an schlecht belüfteten Winkeln und Ecken sehr lange halten. Diese würden bei Spritzlackieren heraus geblasen und hinterlassen dann nicht mehr entfernbare Spuren.

Spiritus ist nur für kleinere Teile oder zum Abwischen von glatten Oberflächen geeignet und löst nicht jede Art von Schmutz. Außerdem muss Spiritus (vergällter Reinalkohol) sowieso mit Wasser nachgespült werden. Er verdunstet nämlich an der Luft so schnell, dass kleinste darin gelöste Schmutzteilchen auf der Oberfläche verbleiben. Universal–Verdünnung ist auch bei Modellen, die ganz aus Metall bestehen, kein gutes Mittel. Je nach Art kann sie nur langsam schwindende, leicht ölige Rückstände hinterlassen.

 

Kleine Teile

Kleine Teile - vor allem, wenn es viele davon gibt - sind zuweilen gar nicht so leicht zu reinigen, weil sie sich so schlecht greifen lassen. Bei Benutzung einer Pinzette besteht die Gefahr, dass die Winzlinge davon hopsen - im schlimmsten Fall in den Ausguss oder eine unzugängliche Bodenritze.

Die Lösung kommt in Form eines Teesiebs. Es gibt Teesiebe mit sehr feinen Metall–Netzen, deren zwei Halbkugeln über einen Federmechanismus verschlossen werden. Legen Sie die Kleinteile in die eine Hälfte ein und schließen dann das Sieb.

Jetzt können Sie das Sieb samt Inhalt in aller Ruhe durch das Reinigungsbad schwenken und anschließend zum Spülen benutzen. Zu guter Letzt lassen Sie die Teilchen vorsichtig heraus gleiten, damit sie trocknen können.

 

Ultraschall–Bäder

In Architektur–Büros wird heute nicht mehr mit Tuschefüllern gezeichnet. Die Arbeit findet am Bildschirm mit einem Link zum Glossar CAD–Programm statt. Wer - wie der Verfasser - früher noch viel Tinte verarbeitet hat, weiß um die Schwierigkeiten beim Reinigen der Tuschestifte. Für solche Aufgaben gibt es ein Gerät, das besser reinigt als alles andere: das Ultraschallbad.

Das Prinzip solcher Bäder, die zur Standard–Ausstattung von Dental–Laboren gehören: Ein Generator erzeugt eine sehr hochfrequente Schwingung, die mechanisch auf ein Metallgefäß übertragen wird. Wird dieses Gefäß mit einer geeigneten Flüssigkeit gefüllt, können Teile auch an absolut unzugänglichen Stellen gereinigt werden. Der Schmutz wird gewissermaßen abvibriert.

Das funktioniert auch, wenn in das Hauptbad ein weiteres Behältnis mit einer Flüssigkeit gestellt wird. Wenn Sie die nicht ganz billige Investition scheuen, dann fragen Sie doch in einem Dental–Labor in der Nähe nach, ob Ihnen dort geholfen werden kann. Bringen Sie ihre Teile in einem außen sauberen Glas– oder Kunststoff-Gefäß mit.

Aus Sicht der Gartenbahner haben Ultraschallbäder einen gravierenden Nachteil. Ihre Gefäße sind nämlich nicht sehr groß, die meisten haben eine längere Kante von etwa nur 15 bis 20 cm. Das ist für größere Teile im Maßstab 1:22,5 in der Regel zu wenig.

Für kleinere Teile gibt es jedoch keine bessere Reinigungs–Methode. Ultraschallbäder können Sie beim Goldschmiede– und Architekturbedarf kaufen oder zumindest bestellen.

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