Gemeint sind natürlich nicht die tatsächlichen Flüssigkeiten, sondern die Behältnisse,
in denen diese transportiert werden. Es zwar leicht, einen funktionalen Kesselwagen
in Nenngröße IIm zu kaufen oder zu bauen - von dessen Inhalt ist jedoch nichts zu sehen.
Fässer oder Öltonnen, Kannen und Flaschen sind hingegen wohl sichtbar. Da alle diese Dinge nicht ganz einfach
selbst zu bauen sind, empfiehlt sich der Griff in das Regal des Fachhändlers oder Versandhandels.
Solche Modelle sind in Bausatz–Form von
Faller®
/ Pola G zu haben. Wer ein bisschen Geduld, Sorgfalt und Farbe aufwendet, kommt damit zu ansehnlichen
Ergebnissen. Der Geldbeutel wird auch nicht besonders belastet
.
Hier folgen ein paar Tipps zu dieser Art von Ladegut und der Montage der Bausätze.
Bei Gelegenheit werden noch die Kisten mit Flaschen von Pola G vorgestellt werden
(Artikel–Nummer 331 877).
Abschnitte dieser Seite:
Ein Tipp vorab: Knausern Sie nicht bei der Anschaffung der
Milchkannen– Bausätze. Alles unter drei bis vier
Sets wirkt lächerlich - weil zuwenig. So geringe Mengen Milch lohnen
den Bahnversand kaum. Auf dem Foto sind fast alle größeren Kannen aus zwei Bausätzen mit der
Artikel–Nummer 330 966 abgebildet.
Das Sortiment enthält vier Typen, von denen die ersten beiden sicher nicht auf der Bahn befördert wurden.
Die Kannen sind vergleichweise einfach zu montieren. Weniger gut gefällt allerdings,
dass die Griffe an den aufzuklebenden Deckeln stets senkrecht angespritzt sind. Das ist
nicht nur unnatürlich (es sei denn, so ein Griff klemmt einmal), es erhöht auch deutlich
die Bruchgefahr der mit nur 0,8 mm Materialstärke sehr zierlich ausgefallenen Griffe.
Tipp Nr. 2:
Nach dem Abtrennen der Spritzgussteile und dem Abfeilen oder –schleifen der Anguss–Reste
sollte der gewiefte Bastler zu einem Skalpell oder scharfen Cutter
greifen und die Griffe direkt am Deckelrand abtrennen. Sie lassen sich anschließend leicht
in abgefallener Position wieder festkleben, wie das Foto beweist. Zu Demonstrationszwecken
wurde bei einer der Kannen der Griff im Originalzustand belassen - er fällt auf dem Bild links hinten sofort „unangenehm” auf.
Tipp Nr. 3: Nach der Montage sollten Sie die
Kannen mit doppelseitigem Klebeband auf einem Stück Pappe oder Holz fixieren und mit Aluminium–Farbe
nachspritzen. Nach Trockung erfolgt ein Überzug mit mattem Klarlack aus der Sprühdose.
Fazit: Die Milchkannen von Pola G sind ein rundum empfehlenswertes Produkt.
Öl–, Benzin– oder Petroleumfässer gehören ebenfalls zu den typischen Ladegütern. Die
im Pola G–Sortiment erhältlichen Modelle überzeugen nicht so ganz, da die Ringe um die
Zylinder arg massiv ausgeführt sind. Ein Eigenbau aus Rohr und dünnen, aufgeklebten
Polystrol–Streifen würde wahrscheinlich realistischer wirken.
Wie auch immer, dem Bastler stellt sich noch ein anderes Problem, wenn die Fässer -
wie hier auf dem Foto - zweifarbig ausgeführt werden sollen (also mit abgesetzten
Ringen). Es ist nämlich nicht so einfach, die Farben abzusetzen. Auf der anderen Seiten sind diese werbewirksamen Lackierungen sehr attraktiv.
Besser als bei den hier gezeigten Mustern geht es nach folgender Methode. Spritzen
Sie zunächst die montierten und entfetteten Fässer in der Grundfarbe, hier also rot.
Nach der Trocknung werden die inneren Ringe mit Klarsicht–Klebefilm oder Malerkrepp abgeklebt und ebenso die Deckel.
Anschließend werden die nach wie vor frei liegenden Ringe in der abzusetzenden Farbe gespritzt.
Nach dem Entfernen der Klebestreifen müssen dann lediglich noch die äußeren Teile der Endringe
mit dem Pinsel abgesetzt werden - und eventuell die Kappen der Entnahme– und Entlüftungslöcher.
Die Pola G-Ölfässer sind unter der Artikel–Nummer
330 965 erhältlich. Die größere
der zwei Ausführungen fasst etwa 180 Vorbild–Liter.
Öööh… was hatten wir denn hier noch nicht,
was es auf den anderen Ladegut–Seiten schon gab? Richtig! Ein bißchen Mathematik.
Dem kann aber flugs abgeholfen werden. Oder wissen Sie, wie das Volumen eines
Fasses für die Ausstellung eines passenden Frachtbriefs berechnet wird? Hier wird die Lösung verraten.
Das Volumen eines Fasses lässt sich nur mit sehr viel Aufwand genau berechnen. Leichter
geht es mit einer Annäherung. Dazu benötigen Sie folgende Maße: Die innere, lichte
Höhe h, den inneren Durchmesser an den Fassenden (also am Boden und
Deckel), mit d bezeichnet, und den inneren Durchmesser an der dicksten Stelle des Fasses (dm).
Die Formel lautet ausgeschrieben:
V =
× h ÷ 12 × (2 × dm² +
d²).
Als Beispiel wird das Fass vom ersten Bild dieser Seite berechnet. Dabei wird eine
Dauben–Stärke
von 30 mm angenommen. Zurück gerechnet auf das Vorbild
ergeben sich die Maße d = 0,52 m,
dm = 0,74 m und
h = 0,82 m.
2 × dm² + d²
ergibt 1,643.
× h ÷ 12 ist 0,214. Das Ergebnis der letzten
Multiplikation sind 350 Liter, das entspricht etwa einer randvollen Badewanne.
Damit ist es eher unwahrscheinlich, dass dieses Fass für Flüssigkeiten verwendet
wurde. Aber es wäre beispielsweise für Äpfel, Sauerkraut oder Salzheringe geeignet.
Die im Sortiment „Holz– und Bierfässer” (Artikel–Nummer
330 964)
von Pola G enthaltenen Holzfässer sind wesentlich kleiner. Sie haben ein Fassungsvermögen von ziemlich genau 150 Litern.
Noch viel kleiner sind die Metall–Bierfässer, die gleich in zwei Größen im Bausatz
enthalten sind. Das größere bringt es auf magere 25 Liter - damit kann wohl kaum eine größere Feier bestritten werden
.
Die Montage ist unproblematisch. Aber Achtung: Bei den Holzfässern müssen Sie genau
darauf achten, dass die drei Segmente mit den Dauben so ausgerichtet werden, dass die
Fugen genau senkrecht übereinander stehen. Putziger Weise ist das auf dem Verpackungsfoto
nicht der Fall. Das kann jedoch auch positiv und als Warnung verstanden werden.