Eine Schaltung soll bei einer bestimmten Spannung ein– und bei einer anderen wieder
ausgeschaltet werden. Beispiel: Ein Lüfter soll bei einer bestimmten kritischen
Temperatur anspringen und kühlen, jedoch erst wieder ausgehen, wenn die kritische
Temperatur deutlich unterschritten wurde. Eine bloße Nachlaufschaltung nützt da
wenig, weil nicht klar ist, ob die Ursache für die zu hohe Temperatur noch besteht
oder nicht.
Es kann außerdem sein, dass bei gewöhnlichen Transistor–Schaltungen eine Situation
eintritt, bei der die Werte ständig um den (selben) Ein– oder Ausschalt–Punkt pendeln.
Dadurch können Schaltungen ins Schwingen kommen, was sehr unerwünscht ist.
In solchen Fällen hilft ein Schmitt–Trigger, der sich leicht mit Hilfe des
IC NE555 aufbauen lässt.
Wie Lasten an den Ausgang des NE555 angeschlossen werden können, wurde unter
Speicherschaltungen erklärt.
Schmitt–Trigger mit NE555 (LM555)
Wie im Schaltplan dieses Abschnitts zu sehen ist, kommt ein Schmitt–Trigger
auf Basis eines NE555 fast ohne externe Bauteile aus. Ein Potentiometer von beispielsweise
50 kΩ, liebevoll
„Poti” genannt, genügt, um seine Wirkungsweise zu demonstrieren, eventuell ergänzt um einen
Vorwiderstand Richtung Minus.
Wird bei der hier vorgestellten Schaltung der Mittelabgriff des Potentiometers von
GND (Minuspol) Richtung +
gedreht, wird sich das interne Flipflop des IC einschalten, sobald
2/3 der Versorgungsspannung (Uv) als Eingangswert
an Pin 2 erreicht sind.
Um es wieder zurück zu setzen, muss die Spannung aber auf 1/3
Uv abfallen, der Abgriff also wieder im unteren Drittel der Widerstandsbahn ankommen.
Der Abstand zwischen Ein– und Ausschaltpunkt wird Hysterese genannt. Bei 12 Volt
Versorgungsspannung beträgt sie 4 Volt. Der Ausgang wird bei 8 Volt oder mehr
„high” und bei 4 Volt oder weniger
„low”. Wurde einer der Zustände erreicht,
ändert sich im Bereich zwischen 4 und 8 Volt nichts.