Brünieren ist eine Methode, Metalle durch Oxydation dunkel zu färben.
Das Verfahren bietet dem Modellbauer einige Vorteile:
Es gibt verschiedene Brüniermittel. Zwei davon werden weiter unten vorgestellt.
Abschnitte dieser Seite:
Brüniermittel (Oxydbäder und –flüssigkeiten) sind je nach Art für verschiedene
Metalle geeignet, auch für Stahl. Bestimmte Sorten greifen nur Kupfer– und Silber–haltige
Metalle an, also auch Messing.
Das Färbebad kann wahlweise mit einem Pinsel (Achtung: dessen Metallteile rosten im Laufe der
Zeit weg) oder durch Eintauchen kleinerer Teile aufgebracht werden.
Die Reaktion findet erst an der Luft statt. Wärme und ein leichter Luftzug (Pusten)
verbessern das Ergebnis und beschleunigen den Färbevorgang. Eine wichtige Voraussetzung sind
saubere und fettfreie Oberflächen.
Auf dem ersten Bild des Abschnitts ist ein typischer Anwendungsfall zu sehen. Es zeigt einen voll
funktionsfähigen Bekohlungskran aus Messing im Maßstab
1:22,5. Der Kran selbst ist über eine Standkurbel drehbar, der Ausleger
und der Haken können gehoben und gesenkt werden. Im Wesentlichen besteht das Modell einschließlich
der Kette nur aus Messing. Die Teile wurden verlötet.
Würden die Metallteile nur lackiert, wären Lackplatzer und damit glänzende Metallstellen im
Betrieb unvermeidlich. Schlimmer noch: Bewegliche Teile könnten verkleistern und schwergängig
werden.
„Kette” ist überhaupt ein gutes Stichwort. Es ist ebenso klar, dass eine
lackierte Kette verklebt und sich nicht mehr gut bewegen lässt. Daher gibt es überhaupt
keine andere Wahl, als sie zu brünieren, wenn sie dunkel werden soll.
Das zweite Bild zeigt den fertigen Kran auf seinem „Betonsockel”.
Unübertroffen in der Wirkung ist ein Färbebad aus dem Goldschmiede– Bereich:
„Pariser Oxyd”. Eine Bezugsquelle finden Sie bei den
Adressen.
Das Mittel hat einen kleinen Nachteil: Es ist nämlich gemein teuer. Allerdings kommen
Sie mit einem 100 ml–Fläschchen recht weit.
Vorsicht im Umgang mit diesem Mittel: Es ist hochentzündlich und
kann explosive Dämpfe bilden. Benutzen Sie es bitte nur in gut belüfteten Räumen und rauchen Sie
keinesfalls dabei. Vor dem Gebrauch sollten Sie das dunkle Fläschchen ein paar Male kippen.
Je sauberer und blanker die Metall–Oberflächen sind, desto besser ist die Wirkung.
Mehrfach angewendet ergibt Pariser Oxyd selbst bei Messing eine bläulich–schwarze
Oberfläche, bei kürzerer Anwendung schwarz bis schwarz–braun.
Wie schon erwähnt, bringt das Bad auch eisenhaltige Metalle dazu, zu rosten. Es ist zwar
eigentlich etwas teuer dafür, aber für einen besonders realistischen Effekt gut anwendbar.
Wenn der Färbevorgang abgeschlossen ist, sollten Rückstände entweder mit einem
abgewaschen oder abgewischt werden.
Für Weissmetalle bietet sich eine Patina an, wie sie beispielsweise von
„creartec” hergestellt wird. Das Mittel ist günstig und ergiebig, die Teile müssen jedoch nach der Anwendung
sorgfältig gewaschen werden. Der Farbton ist schmutzig–grau und wirkt wie Rost mit Flecken. Leider ist derzeit
(November 2009) keine Bezugsquelle dafür bekannt.
Auch diese Flüssigkeit kann gefährlich sein. Sie enthält unter anderem 4,6 % Salzsäure.
Bitte beachten Sie unbedingt die Hinweise auf den Etiketten der Flaschen und bewahren Sie
diese Kinder–sicher auf.