„Papa, ich möchte eine Lok, die genau so gut leuchtet und raucht wie Deine!
” -
so sprach's die Tochter, bevor sie drei Jahre alt geworden war. Ebenso großer Beliebtheit wie die
Lokomotiv–Beleuchtung erfreuen sich schon seit den Urzeiten der Modelleisenbahn Zugschlusslaternen.
Wer seine Modellbahn - zumindest außer bei Kleinbahnen - vorbildgerecht und nicht–Digital
betreiben will, steht vor einer interessanten Aufgabe. Zur möglichen Lösung siehe die
entsprechenden Bereiche (Elektronik, Modellbau, Modellbahn).
Hier werden die in den verschiedenen Signalordnungen definierten Zugspitzen– und
Zugschluss–Signale vorgestellt.
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Loklaterne.
Zur Reichsbahn–Zeit wurde die Spitze des Zuges bei Dunkelheit mit zwei weißen Stirnlampen
gekennzeichnet. Sie hatten bei Lokomotiven obendrein dafür zu sorgen, dass der Lokführer
Hindernisse, nicht beleuchtete Signale etc. erkennen
konnte. Deswegen hatten die ursprünglich verwendeten Petroleum–Laternen relativ große
Reflektoren, die meist aus poliertem Messing oder Weißmetall bestanden, sonst aber weiß
oder silbern ausgelegt waren.
Im ersten Bild ist eine
Petroleum– Lokomotiv– Laterne
zu sehen. Hinten an der Laterne ist ein Fach für die „Blindscheibe” oder ein
rotes, in Metall gefasstes Glas, das bei Bedarf in die drei Haltenasen an der
Vorderseite der Lampe eingesteckt werden konnte.
Bei Klein– und Nebenbahnen wurde es mit den Vorschriften oft nicht so genau genommen,
wobei die zuständige Direktion Ausnahmen auch ausdrücklich zuließ. So fuhren
auf (Schmalspur–)Kleinbahnen die Loks bei Dunkelheit oft nur mit dem Spitzenlicht
(Signal 15a).
Bei geschobenen Zügen wurden dem Wagen an der Spitze Laternen mit weißen
Gläsern auf die Halter (siehe Bild ganz oben) gesteckt.
Die Zugschlusslaternen hatten teilweise zu diesem Zweck auf einer Seite rote, auf der anderen
klare Gläser mit zwei Teilreflektoren und einem Durchbruch für das Leuchtmittel
(zum Beispiel Glaskolben des Brenners). Seitlich waren sie
mit einem diagonalen, rot–weißen Kreuz lackiert. An der Unterseite befand sich ein
symmetrischer Vierkant-Dorn. Dadurch konnte die Laterne in jedem beliebigen
90°–Winkel aufgesteckt werden und so
Tag– und Nachtsignale für Zugschluss und –spitze anzeigen.
Ein Bild findet sich im nächsten Abschnitt.
Hier ist die schon im letzten Abschnitt beschriebene Zugschluss–Laterne abgebildet.
Einzeln fahrende Lokomotiven oder Triebwagen hatten lediglich eine Schlussscheibe (eher rechts
als links aufgehängt, oder als Blindscheibe auf die Laterne gesteckt). Die früheren
Petroleum–Laternen hatten vorne Haltenasen für Glas– und Blindscheiben hatten
oder sogar - ganz komfortabel - hinten verschließbare Einschübe für die Scheiben
sowie einen Behälter für einen Ersatz-Glaskolben (siehe Foto oben).

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Schlussscheibe.
Das normale Zugschlusssignal an Wagen (16b) bestand tagsüber aus
den bekannten rot–weißen Schlussscheiben und nachts aus zwei roten Signal–Lichtern.
Auch hier wurde es aber bei Klein– und Nebenbahnen nicht immer so genau genommen. Oft hing
nur eine lackierte Schlussscheibe aus Blech an einem dafür vorgesehenen Haken an der
Pufferbohle oder am Geländer der Übergangsbühne (siehe das Foto mit dem Reisezugwagen
der Härtsfeld–Museumsbahn).
Bei Dunkelheit half dann aber alles nichts. Dann mussten die zwei Funzeln auf die Schlussscheibenhalter
gesteckt werden. Auch da gab es aber Abweichungen: Nicht alle waren oben über dem Dach oder
der Bordwand–Kante angebracht. Die Halter waren teilweise sogar relativ niedrig, seltener jedoch
so angebaut, dass die Laternen nur von hinten sichtbar gewesen wären.
Die Lokomotive in Größe der 99021 und der Wagen sind
hier proportional zueinander gezeichnet, was manchen Nicht–Kenner der Schmalspur–Bahnen
verblüffen könnte. Die Lok war wirklich so klein, hatte aber nur den Halter für ein
Spitzenlicht.
Es gab noch einige „Exoten” unter den Zugsignalen, so beispielsweise die schwarze
Pulverflagge mit einem weißen „P” oder die gelbe Flagge zur
Kennzeichnung besetzter Schlaf–, Speise–, Bahnpost– und Gefangenenwagen
(bis 1935: grün) sowie eine Flagge mit schwarzem Schädel und gekreuzten Knochen (ganz wie bei Piraten)
für Giftgase. Sie wurden alle an stehenden Wagen angebracht.
Diese Zeichen dürften auf Nebenbahnen keine Rolle spielen und werden daher auch nicht weiter behandelt.