Der Großbahn–Virus hat Sie befallen. Die beste Ehefrau von allen hat sich in wesentlichen
Punkten Kompromiss–bereit gezeigt. Der Garten des Eigenheims hat eine hinreichende Größe.
Die Hobbykasse ist gut gefüllt.
Voller Begeisterung werden am Computer Gleispläne entworfen, zum Beispiel mit
WinRail®
von Gunnar Blumert. Dazu kommen bald allerlei Einkaufslisten für Modelleisenbahn– und Baumarkt–Artikel.
Oha! Da kommen doch respektable Summen zusammen. Wenn die ersten paar Stunden mühseliger
Gelände–Arbeit verrichtet sind und der LKW mit dem angelieferten Material vor
dem Gartentor wartet (da der Rest des Wegs per Schubkarre zurück zu legen ist), kann sich die
ursprüngliche Begeisterung leicht dämpfen. Das dürfte auch gelten, wenn bei einer ersten Probefahrt
der Strom nicht fließt oder die kleine Lok die Steilrampe nicht einmal mit drei Wagen bewältigt.
Auf dieser Seite folgen ein paar zartfühlende Ratschläge, die vielleicht manche Enttäuschung
vermeiden helfen.
Das
Buntbahn–Mitglied „Bertel”
stellte freundlicher Weise die Fotos der Gartenbahnanlage für diesen Beitrag zur Verfügung.
Vielen Dank dafür!
Abschnitte dieser Seite:
Bitte unterschätzen Sie den Aufwand für die Anlage und den Betrieb einer Gartenbahn nicht. Mit dem
Bau allein - der sich leicht über Jahre hinweg ziehen kann - ist es nicht getan. Eine Gartenbahn
benötigt mindestens ebenso viel Pflege wie der Garten selbst. Ungemach droht durch die Witterung
(Regen, Frost, Hitze, UV–Strahlung), Kleintiere, wuchernde Pflanzen, fallende
Blätter und im schlimmsten Fall Vandalismus.
Sie werden schnell feststellen, dass die Wartung und Pflege weit mehr Zeit verschlingen als der
Betrieb oder Bau. Daher ein paar Tipps, bevor Sie zur Tat schreiten.
Nichts gegen eine Spielbahn, die mit dem LGB®–Radius 1
in einem besseren Blumenbeet kreist. Das macht auch Spaß. Es ist aber keine Garten– und schon gar keine
Modellbahn.
Wie bei stationären Innenanlagen ist die Wirkung Ihrer Hobbytätigkeit umso besser, je eher sich das
Modell am Vorbild orientiert. Dazu gehören ein ausgewogenes Verhältnis von Eisenbahn und Landschaft,
die größten möglichen Radien, hinreichende Gleisnutzlängen und eine sorgfältige Gestaltung.
Beispielsweise ist nur auf wenigen Gartenbahnen ein so gut gestaltetes Schotterbett zu sehen wie auf den Fotos
dieser Seite. Es muss nicht unbedingt der bei Regelspur–Bahnen richtige Böschungswinkel von etwa
39° sein. Ein wenig mehr Höhe und Breite - vor allem bei Streckengleisen -
sorgt jedoch gleich für mehr Akzeptanz bei den Betrachtern.
Planen und bauen Sie lieber weniger, dafür aber mit Flexgleisen und Weichen mit großen Radien, eher
entsprechend dem Radius 5 von LGB®.
Passende Angebote finden Sie auch bei
Thiel Gleissysteme.
Falls Ihnen wegen unserer gut gemeinten Warnungen Bedenken gekommen sein sollten: Vielleicht können Sie
einen Kontakt zu einem Gartenbahner in Ihrer Nähe anknüpfen und ihm zunächst einmal behilflich sein.
Im Gegenzug werden Sie die Möglichkeit haben, Ihren Fahrzeugen dort ab und an Auslauf zu
gönnen. Der Erfahrungsaustausch (die „Lehrzeit”) wird Ihnen bei eigenen Vorhaben sicher
nützlich sein.
Traumanlagen wie die hier gezeigte können leicht zum Lebenswerk werden und erfordern ein großes
finanzielles und zeitliches Engagement. Wer den Aufwand unterschätzt, wird
irgendwann vielleicht „das Handtuch werfen”.
Mit dem Bau der Anlage ist es, wie geschrieben, nicht getan. Fahrzeuge, Gebäude und Landschaft wollen
auch noch beschafft werden. Loks und Wagen bedürfen der Pflege. Die Familie sollte
nicht vernachlässigt werden.
Überlegen Sie daher, ob Sie mit aktiver Hilfe und der Spezialisierung auf ein
Fachgebiet (Elektrik, Gärtnerei, Fahrzeuge, Gebäudebau) im Team ein
besseres Ergebnis erzielen können als im Alleingang.
Wenn Sie sich anschließend sicher sind, dann können Sie mit der eigenen
Gartenbahn–Anlage beginnen.